Fotografie von Marco Berg

Marco Berg im Interview mit Simon Eberhard.

«Die Kompensation ist ein voller Erfolg»

Die Stiftung Klimaschutz und CO2-Kompensation KliK kommt dem Gesetzesauftrag nach, einen Teil der CO2-Emissionen aus fossilen Treibstoffen zu kompensieren. Geschäftsführer Marco Berg äußert sich im Interview über bisherige Erfolge und kommende Herausforderungen.

Herr Berg, Ihre Stiftung wird vor allem als Organisation wahrgenommen, die das Geld aus den CO2-Kompensationen verteilt. Wie sieht Ihre Arbeit im Detail aus?

Die Stiftung existiert seit 2013. Damals ging es zunächst darum, sich zu überlegen, in welchen Klimaschutz-Projekten das Geld eingesetzt werden kann.
Um die Aktivitäten aufzubauen und zu etablieren, benötigten wir rund zwei bis drei Jahre. Nun sind wir in der Betriebs- und Umsetzungsphase, in der die aufgebauten Programme zum Erfolg geführt werden sollen.

Wie viel Kompensationen haben Sie inzwischen erreicht?

In der Periode 2013 bis 2020 haben wir die gesetzliche Pflicht, rund 6.5 Millionen Tonnen CO2 zu kompensieren.
Dies entspricht im Durchschnitt ungefähr 5 Prozent der Emissionen aus dem Verbrauch fossiler Treibstoffe. In dieser Periode werden wir voraussichtlich fast doppelt so viel, rund 12 Millionen Tonnen CO2, kompensieren. Einen Bestand der Reduktionen werden wir also in die neue Periode übernehmen können.

Wie lautet ihr Zwischenfazit für diese Periode?

Die Zahlen zeigen, dass die Kompensation ein voller Erfolg ist und sich bewährt hat. Sie ist deshalb auch im politischen Prozess völlig unbestritten und wird von keiner Partei in Frage gestellt. Mein Zwischenfazit ist aus diesem Grund rundum positiv, insbesondere auch im Hinblick darauf, dass wir im Verkehrssektor durch den Einsatz von Biotreibstoffen, die aus Abfällen produziert werden, beträchtliche Reduktionen erreicht haben.

In diesem Jahr dürfte das neue CO2-Gesetz verabschiedet werden, das die Klimaziele nach 2020 regelt. Was sind Ihre Erwartungen?

Die Erwartungen stehen ja gewissermassen schon im Gesetz: So wie es momentan aussieht, werden die 10 Prozent, die wir jetzt kompensieren müssen, auf 15 Prozent und ab 2025 auf 20 Prozent ansteigen. Die Kompensationspflicht wird sich auf Jahresbasis also nochmals verdoppeln gegenüber heute. Und entsprechend werden wir unsere Aktivitäten verstärken und womöglich ausdehnen müssen.

Vorausgesetzt, das CO2-Gesetz wird ab 2021 in Kraft treten: Wo setzt die Stiftung KliK ihre Prioritäten?

Wir haben uns bereits auf die neue Periode vorbereitet, indem wir bei allen Projekten und Programmen, bei denen wir mit externen Partnern zusammenarbeiten, die Verträge bis 2030 verlängert haben. Zudem müssen wir uns überlegen, welche zusätzlichen Massnahmen wir ergreifen, um die erforderlichen Einsparungen zu erzielen.
Wir werden uns sicher verstärkt den Themen Elektrofahrzeuge und synthetische Treibstoffe widmen. Auch in der Landwirtschaft gibt es Massnahmen, die schon länger diskutiert, aber noch nicht bewilligt worden sind. Mit dem neuen Gesetz hinzu kommt zudem voraussichtlich die Möglichkeit zur Finanzierung von Senkenleistungen, beispielsweise durch die Aufforstung von Wald oder durch die geologische Einlagerung von CO2.  Es gibt also noch einige Bereiche, in denen wir ein Potenzial sehen.

Zur Person

Marco Berg (53) ist seit 2013 Geschäftsführer der Stiftung Klimaschutz und CO2-Kompensation KliK. Seit 2005 ist er zudem Geschäftsführer der noch immer bestehenden Stiftung Klimarappen. Zuvor arbeitete er als Projektleiter bei Factor Consulting + Management AG sowie als Leiter Treibstoffe, Umwelt, Forschung bei der Erdöl-Vereinigung (heute Avenergy Suisse).

Die Stiftung KliK erfüllt im Auftrag von Mineralölgesellschaften, welche fossile Treibstoffe in den Verkehr bringen, deren gesetzliche Pflicht, einen Teil der bei der Nutzung der Treibstoffe entstehenden CO2-Emissionen zu kompensieren. Neben Projekten im Inland fördert die Stiftung auch im Ausland Projekte mit finanziellen Abgeltungen, die den Ausstoss von Treibhausgasen nachweislich reduzieren.

Hinweis: Das vollständige Interview mit Marco Berg lesen Sie ab 29. Januar in den Fachzeitschriften der CH Regionalmedien AG.