Das Corona-Jahr 2020 für die Gebäudetechniker: Innert kürzester Zeit mussten Lösungen her, um den Service bei den Kunden aufrechtzuerhalten. (Bilder: Getty)

Das Corona-Jahr 2020 für die Gebäudetechniker: Innert kürzester Zeit mussten Lösungen her, um den Service bei den Kunden aufrechtzuerhalten. (Bilder: Getty)

Das Corona-Jahr 2020 für die Gebäudetechniker: Innert kürzester Zeit mussten Lösungen her, um den Service bei den Kunden aufrechtzuerhalten. (Bilder: Getty)

Gebäudetechnik-Branche im Corona-Jahr 2020

Auch die Gebäudetechnik-Branche wurde im letzten Jahr vom ersten Corona-Lockdown kalt erwischt. Nach dem anfänglichen Schock nahmen die Absätze von Heizungen, Boilern und Lüftungen jedoch wieder zu. Die Situation hat trotzdem ihre Spuren hinterlassen, unter anderem mit Lieferverzögerungen, die sich teilweise erst jetzt bemerkbar machen.

Der Bauboom der letzten Jahre sorgte auch im Heizungs-, Lüftungs- und Klima-Bereich lange für konstante Absatzzahlen. Selbst die Stagnation bei den Sanierungen, ausgelöst durch die zeitweise unklare Entwicklung der Energievorschriften in den Kantonen, wurde durch neue Projekte privater und kommerzieller Investoren ausgeglichen. Bis im März 2020: Der erste Corona-Lockdown bremste auch die Gebäudetechnik-Branche aus. «Viele Projekte wurden gestoppt und innert kürzester Zeit mussten Lösungen her, um den eigenen Betrieb und vor allem auch den Service bei den Kunden zuhause aufrechtzuerhalten», erinnert sich René Schürmann von Elcotherm. Er ist Präsident von GebäudeKlima Schweiz, der Hersteller- und Lieferantenvereinigung der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik, die damals rasch entsprechende Schutzkonzepte erarbeitete und damit bei Kunden wichtiges Vertrauen schuf.

Energiewende schliesst Lücke

Gleichzeitig dürfte auch der aufgegleiste Energiewandel dafür gesorgt haben, dass sich die Branche erstaunlich schnell vom ersten Schock erholte. So beobachtete René Schürmann im letzten Jahr vor allem bei den Wärmepumpen im Privatbereich eine Zunahme. Gleiches bestätigt Daniel Weltin von Hoval Schweiz. Während grössere Projekte wegen Covid-19 teilweise bis heute zurückgestellt seien, sei die Lücke zumindest teilweise durch Private gefüllt worden. «Vielleicht hatten die Leute mehr Zeit, sich mit ihrer Heizung zu beschäftigen. Zumindest verzeichneten wir während des ersten Lockdowns viel mehr Besuche auf unserer Website und auch das Interesse an Beratungsgesprächen hat letztes Jahr zugenommen.» Von einem gestiegenen Informationsbedürfnis berichtet auch Steffen Schmidt von Helios Ventilatoren. «Wohl auch, weil plötzlich die Wichtigkeit von gesunder Luft im Zentrum stand. Den Leuten wurde auf einmal bewusst, dass eine hohe Qualität der Innenraumluft eine bedeutende Rolle spielt.»

Lieferengpässe machen sich bemerkbar

Ganz ohne Auswirkungen blieb Corona für die Gebäudetechnik-Branche bisher trotzdem nicht. So hat man über ein Jahr nach dem ersten Lockdown nun mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen. «Eigentlich hätten wir zu Beginn der Krise damit gerechnet. Tatsächlich machten sich diese aber erst die letzten Wochen richtig bemerkbar», sagt René Schürmann. Davon betroffen sind die verschiedensten Bereiche, vom Verpackungsmaterial über den Stahl bis hin zu elektronischen Bauteilen. Die Gründe dafür sieht der GebäudeKlima-Schweiz-Präsident etwa in den anfänglich düsteren Prognosen, weshalb einige Zulieferer weniger produziert hätten, aber auch in Unterbrüchen wegen Lockdowns in den Produktionsländern. «Kommt hinzu, dass die Transportwege teilweise bis heute unterbrochen oder erschwert sind. Betroffen sind vor allem Transporte aus asiatischen Ländern. Dort sind wegen gestiegener Nachfrage und gleichzeitigem Mangel an Frachtflugzeugen nun auch die Kapazitäten auf den Containerschiffen knapp.»

Frühzeitig planen

Die Auswirkungen davon sind vielseitig: Zum einen haben Schweizer Hersteller und Lieferanten mit steigenden Preisen ihrer Zulieferer zu kämpfen. Ausserdem ist die Planbarkeit erschwert, weil Lieferungen plötzlich ausfallen können. Steffen Schmidt der Helios Ventilatoren ist entsprechend froh, dass er seine Lager zurzeit gut gefüllt hat. Daniel Weltin von Hoval wiederum mahnt Bauherrschaften, Projekte möglichst früh aufzugleisen und allenfalls bei Baustellen Reservezeit einzuplanen. Früher oder später, so sind sich die drei Vorstandsmitglieder von GebäudeKlima Schweiz einig, werde sich die Situation zwar wieder einpendeln. René Schürmann rechnet jedoch damit, dass sich dies noch einige Monate hinziehen könne. «Wie lange genau, ist auch davon abhängig, ob der Sanierungstrend nun anhält oder doch nur eine kurze Phase war, weil die Leute vorübergehend mehr Zeit hatten.»

Weitere Auskünfte
Konrad Imbach
Geschäftsleiter GebäudeKlima Schweiz
k.imbach(at)gebaeudeklima-schweiz.ch

Tel. 062 205 10 66

www.gebaeudeklima-schweiz.ch