Das Marché-Netzwerk wurde durch den im September 2020 eröffneten Marché24 in Wallisellen auf 47 Standorte erweitert. Es handelt sich dabei um den ersten 24/7-B2B-Shop der Schweiz. (Bilder: Meier Tobler Group AG)

Das Marché-Netzwerk wurde durch den im September 2020 eröffneten Marché24 in Wallisellen auf 47 Standorte erweitert. Es handelt sich dabei um den ersten 24/7-B2B-Shop der Schweiz.

Meier Tobler erholt sich im zweiten Halbjahr 2020

Ungeachtet der aktuell schwierigen Umstände erwirtschaftete der Meier-Tobler-Konzern auch im vergangenen Geschäftsjahr einen hohen betrieblichen Cashflow. Dies ermöglichte eine weitere Reduktion der Nettoverschuldung. Die meisten Geschäftssparten entwickeln sich verhalten positiv bis erfreulich.

Die Corona-Pandemie hat das Geschäftsjahr 2020 von Meier Tobler geprägt. Im ersten Halbjahr wurden in einigen Kantonen Baustellen stillgelegt, und der Zugang zu Gebäuden war eingeschränkt, sodass Lieferungen und Serviceeinsätze nicht möglich waren oder verschoben werden mussten. Unterbrüche in der Lieferkette führten teilweise zu eingeschränkter Verfügbarkeit von Produkten. Im zweiten Semester erholte sich die Nachfrage, und es kam trotz erneut verhängter Restriktionen im Zusammenhang mit der zweiten Corona-Welle nur zu geringen Einschränkungen oder Unterbrüchen in der Lieferkette.

Kennzahlen

Meier Tobler weist für das Geschäftsjahr 2020 einen Nettoumsatz von 487 Mio. Franken aus, das ist 1,7 % weniger als im Vorjahr (fortgeführtes Geschäft, ohne den aufgegebenen Geschäftsbereich «Keramikland»). Dank einem soliden zweiten Halbjahr 2020 mit einem Umsatzplus von 2,4 % gelang es, den durch den Lockdown bedingten Rückgang von 6,3 % im ersten Semester nahezu aufzuholen. Der operative Cashflow (EBITDA) lag mit 24,6 Mio. Franken unter dem Vorjahreswert (27,4 Mio. Franken im fortgeführten Geschäft). Weitere Details:
•    Der Rückgang im Bruttogewinn konnte zwar durch ein stringentes Management der operativen Ausgaben ausgeglichen werden. Höhere IT-Projektkosten und ein Anstieg bei den Forderungsverlusten führten aber zu einem tieferen EBITDA.
•    Die EBITDA-Marge betrug 5,0 % (Vorjahr 5,5 %).
•    Der EBIT liegt bei 8,6 Mio. Franken (Vorjahr im fortgeführten Geschäft 11,0 Mio. Franken). Darin enthalten ist die jährliche, nicht liquiditätswirksame Goodwill-Abschreibung von 10,3 Mio. Franken aus der Fusion von Walter Meier und Tobler Haustechnik.
Der Finanzaufwand konnte aufgrund der deutlich tieferen Nettoverschuldung um 1,8 Mio. Franken reduziert werden. Es resultiert für das Geschäftsjahr 2020 ein Konzerngewinn von 3,9 Mio. Franken (2019 im fortgeführten Geschäft 1,3 Mio. Franken).

Handelsgeschäft

Im Handelsgeschäft entwickelten sich die Formate Marché, Marché24, marché@work sowie die E-Commerce-Plattform solid. Sie profitierten von den zahlreich angestossenen Initiativen im Bereich der Digitalisierung. Die im vorletzten Jahr eingeführte Dienstleistung marché@work, bei der Meier Tobler einen «Selbstbedienungs-Marché» für Montage- und Verbrauchsmaterial direkt in die Werkstatt der Kunden stellt und bewirtschaftet, fand grosse Resonanz. Die Anzahl Kunden von marché@work konnte verdreifacht werden. Das Marché-Netzwerk wurde durch den im September 2020 eröffneten Marché24 in Wallisellen auf 47 Standorte erweitert. Es handelt sich dabei um den ersten 24/7-B2B-Shop der Schweiz. Meier Tobler konnte den Umsatz des branchenweit führenden e-Shops im Jahr 2020 im zweistelligen Prozentbereich steigern.

Wärmeerzeugung

Das Geschäft mit der Wärmeerzeugung blieb auch 2020 unter Druck. Zuversichtlich stimmt jedoch die deutliche Erholung gegen Ende des Geschäftsjahrs. Im vierten Quartal 2020 lagen die verkauften Stückzahlen deutlich über dem Vergleichs-quartal des Vorjahrs. Dies zeigt, dass die zahlreichen getroffenen Verbesserungsmassnahmen im Wärmeerzeugungs-Geschäft zu greifen beginnen. Zudem profitiert dieser Bereich vom anziehenden Erneuerungs-Markt zum Ersatz fossiler Heizungen durch effiziente Wärmepumpen.

Servicegeschäft

Das Servicegeschäft entwickelte sich im Geschäftsjahr 2020 erfreulich und steigerte sowohl Umsatz als auch Produktivität. Die 2019 mit dem Industry 4.0 Award ausgezeichnete digitale Dienstleistung der Online-Diagnostik von Wärmepumpen («smart-guard») konnte kontinuierlich ausgebaut werden.
Das Geschäft mit Klimasystemen hat im Geschäftsjahr die Umsatzerwartungen erfüllt und schliesst auf Vorjahresniveau ab. Mehrere Grossaufträge konnten im zweiten Semester ausgeliefert werden, darunter umfangreiche Aufträge zur Ausrüstung von zwei Rechenzentren der Safe Host SA. In den Auftragsbüchern ist zum heutigen Zeitpunkt kein pandemiebedingter Rück-gang zu erkennen. Weil das Geschäft mit Klimasystemen voraussichtlich an Bedeutung gewinnen wird, entschied sich Meier Tobler, diesen Bereich ab Januar 2021 als eigenständige Business Unit zu führen.

Neues Logistikzentrum

Die Planung des neuen Logistikzentrums in Oberbuchsiten (SO) wurde im Berichtsjahr vorangetrieben. Bei weiterhin optimalem Planungs- und Bewilligungsverlauf könnte der Baustart bereits in diesem Jahr erfolgen. Die Betriebsaufnahme würde dann 2023 gestartet. Zur Finanzierung des neuen Logistikzentrums ist eine Sale-and-rent-back-Transaktion vorgesehen, eine dies-bezügliche Ausschreibung ist am Laufen. Das ehemalige Logistikzentrum von Tobler in Däniken wurde 2020 aus einem langfristigen Leasing-Vertrag ausgekauft, an einen Investor verkauft und kurzfristig zurückgemietet.

Ausblick

In Zusammenarbeit mit dem neuen CEO Roger Basler überarbeitete der Verwaltungsrat im Herbst 2020 die Unternehmens-strategie. Mit einem klaren Fokus auf vier Geschäftsbereiche (Handel, Wärmeerzeugung, Service, Klimasysteme) und mit optimierter Kostenstruktur will Meier Tobler die Profitabilität steigern und die Marktposition ausbauen.

Hier geht es zum Download der Medienmitteilung (inkl. tabellarischer Darstellung der Kennzahlen)