Am Powerloop-Forum vom 10. November des letzten Jahres zeigte sich einmal mehr: Die Wärme-Kraft-Kopplung ist eine ausgereifte Technologie und gehört als wichtiges Puzzle zur Energiestrategie. (Bild: Powerloop)

Mit Wärme-Kraft-Kopplung in die Zukunft

Am Powerloop-Forum vom letzten November zeigte sich einmal mehr: Die Wärme-Kraft-Kopplung ist eine ausgereifte Technologie und gehört als wichtiges Puzzle zur Energiestrategie, welche die Dekarbonisierung zum Ziel hat. Eingeladene Politiker und Experten diskutierten zudem zum Pro und Contra des vom Verband vorgeschlagenen Power-on-Demand-Versicherungsmodells.

Die Wärme-Kraft-Kopplung (WKK) auf der Basis von Biomasse gehört zu den Technologien, wodurch man sich einen Beitrag zur Dekarbonisierung, Effizienzsteigerung und Versorgungssicherheit einer dekarbonisierten Energiewirtschaft erhofft.
Was am Powerloop-Forum auffiel: Die befürchtete Winterenergielücke als künftige Herausforderung einer nachhaltigeren Energiewirtschaft wurde mehrfach als Herausforderung genannt. Power-to-Gas-Umwandlungstechnologien (Elektrolyse, Bioreaktor, Brennstoffzellen) gelten als Lösungsansatz: Die – insbesondere durch Photovoltaik-Anlagen – zu erwartende «Stromschwemme» im Sommer soll genutzt werden, um unter Verwendung elektrischen Stroms ein Brenngas (Wasserstoff, Ammoniak, Methan) herzustellen, um dieses saisonal zu speichern und für das Winterhalbjahr verfügbar zu halten.
Diesbezüglich sind die energiepolitischen Akteure aufgefordert, die Gasinfrastruktur gründlich zu modernisieren, damit Einspeisungen von H2 und Mischgasen (Biogas) technisch möglich werden. Einige «Power-to-Gas»-Technologien befinden sich allerdings noch im Entwicklungs- oder bestenfalls im frühen Reifestadium. In einer künftig stärker vernetzten Energiewelt, welche die Sektoren Strom und Wärme/Kälte koppelt, wird WKK eine starke Rolle spielen, zumal sie praxiserprobt ist, wie die an der Tagung vorgestellten Beispiele deutlich zeigten.

Politiker debattierten

An der anschliessenden Podiumsdiskussion plädierten sowohl SP-Nationalrat Roger Nordmann als auch GLP-Nationalrat Jürg Grossen für WKK als geeignete Lösung, um Gas, welches mittels Power-to-Gas-Technologien aus überschüssigem Strom gewonnen wurde, rückzuverstromen. Grossen sprach sich aus für nachfrageseitige Ausschreibungen für den Bezug von elektrischem Strom, um einen Worst-Case-Stromausfall zuvorzukommen. Dezentrale Kraftwerke könnten durch geeignete finanzielle Abgeltung für eine reduzierte Betriebsdauer den Bau eines grossen mit Erdgas betriebenen Spitzenlast-Kraftwerks überflüssig machen.
Michael Frank, Direktor des Verbands Schweiz. Elektrizitätsunternehmen (VSE), stellte sich indes auf den Standpunkt, dass der Vorteil von WKK-Anlagen ja gerade in ihrer Effizienz und Multifunktionalität durch die gleichzeitige Bereitstellung von Strom und Wärme läge. Solche Anlagen sollten deswegen nicht nur wenige Stunden im Jahr laufen.
Nordmann nahm die Gelegenheit wahr, seine Ansichten zum Versicherungsmodell zu präzisieren. Er sprach von einem zweistufigen Modell: Neben Back-Up-WKK-Anlagen sollen WKK-Anlagen aufgebaut werden, die rund 2000 Stunden im Jahr laufen, die in Kombination mit Grosswärmepumpen ihren Beitrag zur Wärmeversorgung grösserer Siedlungen leisten werden.
Das Verwenden von fossilem Erdgas als Brennstoff für die WKK sei für eine Übergangsphase kein Tabu, zumal der breite Einsatz der Technologie die Dekarbonisierung der Mobilität und der Wärmeversorgung insgesamt unterstützt.

Den ganzen Artikel finden Sie in der neuesten Druck-Ausgabe der Zeitschrift «HK-Gebäudetechnik», die am 17. Februar 2021 erscheinen wird. Ihre Fragen zu einem Abo; mehr unter Kontaktformular