Bundesrätin Simonetta Sommaruga äussert sich während ihres Besuches sehr zufrieden: «Die Zukunft gehört den einheimischen erneuerbaren Energien und innovativen Technologien wie etwa Power-to-Gas-Anlagen und Fernwärmenetze wie hier in Dietikon.» (Bild: Kurt Reichenbach)

Die Power-to-Gas-Anlage wird in unmittelbarer Nähe der KVA von Limeco gebaut. (zVg)

Die Power-to-Gas-Anlage wird in unmittelbarer Nähe der KVA von Limeco gebaut. (zVg)

Power-to-Gas ist eine Schlüsseltechnologie der Energiezukunft: Sie verwendet das überschüssige CO2 aus dem aus der Abwasserreinigung gewonnenen Klärgas und nutzt bei der Kehrichtverbrennung erzeugten Strom, um Wasserstoff zu produzieren. (Schema zVg)

Neue Power-to-Gas-Anlage in Dietikon

Das Regiowerk fürs Limmattal Limeco erhielt Besuch von Bundesrätin Simonetta Sommaruga. Als Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) besichtigte sie die erste in der Schweiz im industriellen Massstab errichtete Power-to-Gas-Anlage.

Die in Kooperation mit acht Schweizer Energieversorgern und Swisspower entstehende Anlage wird ihren Betrieb im Winter 2021/22 aufnehmen. Sie nutzt die Ressourcen der bestehenden Kehrichtverwertungs- und Abwasserreinigungsanlage, um speicherbare, CO2-neutrale Energie in Form von Gas zu gewinnen.

Energie aus Abfall und Abwasser

Die Energiestrategie 2050 der Schweiz setzt vor allem auf den Ausbau von erneuerbaren Energien und auf die Speicherung von sauberer Energie. Bundesrätin Simonetta Sommaruga äussert sich während ihres Besuches sehr zufrieden: «Die Zukunft gehört den einheimischen erneuerbaren Energien und innovativen Technologien wie etwa Power-to-Gas-Anlagen und Fernwärmenetze wie hier in Dietikon bei Limeco. Sie nutzen ohnehin vorhandenen Abfall und Klärschlamm, um daraus Energie zu gewinnen und erleichtern die Speicherung.» Power-to-Gas ist eine Schlüsseltechnologie für die Vernetzung von Strom, Gas, Wärme und Mobilität in einem nachhaltigen Energiesystem. Sie verwendet das überschüssige CO2 aus dem aus der Abwasserreinigung gewonnenen Klärgas und nutzt den bei der Kehrichtverwertung erzeugten Strom, um Wasserstoff zu produzieren. Anschliessend produzieren Mikroorganismen in einem Bioreaktor aus dem CO2 und dem Wasserstoff erneuerbares grünes Gas. So gewinnt Limeco aus Abfall und Abwasser einen CO2-neutralen Energieträger und optimiert so die Energieeffizienz des gesamten Entsorgungssystems.

Sektorkopplung wird wichtiger

Als Multi-Energy-Hub kombiniert Limeco die verschiedenen Energiequellen situativ, macht Energie speicherbar und hilft damit die Winterstromlücke zu schliessen. Diese sogenannte Sektorkopplung wird mit der Energiewende immer wichtiger, um die energetische Versorgungssicherheit zu garantieren. Patrik Feusi, Geschäftsführer Limeco sagt: «Wir sind stolz darauf, mit unserer Anlage einen wichtigen Beitrag zur Energiewende in der Schweiz und für eine intakte Umwelt, die Gesundheit der Bevölkerung und die Lebensqualität im Limmattal zu leisten.» Dank der Power-to-Gas-Anlage mit einer Energieleistung von 18 GWh erneuerbarem Gas pro Jahr werden rund 4’000 – 5’000 Tonnen CO2-Ausstoss pro Jahr vermieden, was den jährlichen Emissionen von rund 2’000 Haushalten entspricht.

Gemeinschaftsprojekt

Das kommunale Versorgungsunternehmen Limeco setzt die erneuerbare Energieversorgung ins Zentrum. Dabei realisiert es in Dietikon in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit acht Schweizer Energieversorgern und der Stadtwerke-Allianz Swisspower diese erste industriell betriebene Power-to-Gas-Anlage, welche schweizweit die bisher grösste Anlage dieser Art sein wird. Ronny Kaufmann, CEO Swisspower AG, sagt: «Das Interesse von Bundesrätin Simonetta Sommaruga an der Power-to-Gas-Anlage von Limeco und Swisspower zeigt, welch grosse Bedeutung die Stadtwerke für die Energiewende in der Schweiz haben.» Das Projekt wird vom Bundesamt für Energie im Rahmen seines Pilot- und Demonstrationsprogramms, sowie durch das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kanton Zürich gefördert und liefert wertvolle Erkenntnisse für den Ausbau der Schlüsseltechnologie in der gesamten Schweiz.

Über Limeco

Als regionales Energieversorgungsunternehmen (der Gemeinden Dietikon, Geroldswil, Oberengstringen, Oetwil a.d.L., Schlieren, Unterengstringen, Urdorf und Weiningen) übernimmt Limeco im Limmattal die Abwasserreinigung, die Kehrichtverbrennung und betreibt ein Fernwärmenetz, das gerade stark ausgebaut wird. Limeco beschäftigt 60 Mitarbeitende.