Ergebnis der Stimulationen durch Geo-Energie Suisse AG im Bedretto-Labor der ETH Zürich (Nove./Dez. 2020). Die Abbildung zeigt die räumliche Verteilung der Mikroseismizität, die in 10 zeitlich gestaffelten Intervallen und räumlich voneinander isolierten Stimulationszonen aufgetreten ist und zu permanenten Mikrorissen im Granitgestein geführt hat. (Bilder: Geo Energie Suisse AG)

Auswertung von seismischen Messdaten im Bedretto-Labor der ETH Zürich. (Bilder: Geo Energie Suisse AG)

Das von der Geo-Energie Suisse entwickelte Multi-Etappen-Stimulationskonzept kann sowohl für die Erzeugung von Strom, als auch zur Wärmegewinnung oder für die Energiespeicherung (Geospeicher) genutzt werden.

Tiefengeothermie im Jura: Es geht weiter

Die Regierung des Kantons Jura hat einen positiven Grundsatzentscheid zum Tiefengeothermie-Projekt in Haute-Sorne gefällt. In den kommenden Wochen werden nun die zusätzlichen Sicherheitsauflagen präzisiert und mit der projektverantwortlichen Geo-Energie Suisse AG eine entsprechende Vereinbarung ausgearbeitet. Damit trägt der Kanton Jura der Dringlichkeit für die Entwicklung weiterer nachhaltiger Energieträger Rechnung und unterstützt die Energiestrategie 2050.

Mit einer Medienmitteilung hat die jurassische Regierung heute darüber informiert, dass sie das Pilotprojekt in Haute-Sorne unterstützt, diese Unterstützung aber mit strengen Auflagen an die Sicherheitsvorkehrungen sämtlicher Projektetappen verbindet. «Wir sind sehr erfreut und auch erleichtert über diesen Entscheid», sagt Dr. Peter Meier, CEO der Geo-Energie Suisse AG und zeigt sich zuversichtlich, dass «gute Lösungen vereinbart werden können, die den zusätzlichen Sicherheitsanforderungen des Kantons Jura gerecht werden.» Ebenfalls als «entscheidend» wertet Meier die angekündete, rasche Konstitution der Informations- und Begleitkommission durch den Kanton, die eine faktenbasierte und transparente Information der Bevölkerung ermöglichen wird.

Evaluation seismisches Risiko

«Mit dem Pilotprojekt in Haute-Sorne soll die technische Machbarkeit von stimulierten geothermischen Systemen nachgewiesen werden», erläutert Dr. Peter Meier das langfristige Ziel. «Deshalb ist es wichtig und richtig, die Sicherheit ins Zentrum zu stellen.» Entsprechend offen zeigt sich die Geo-Energie Suisse AG gegenüber den zusätzlichen Sicherheitsbedürfnissen der Kantonsregierung sowie der Begleitung des Projekts durch eine unabhängige Expertengruppe. Die vom Kanton erwähnte geophysikalische Messkampagne, die während der Explorationsbohrung ergänzend zum Einsatz kommen soll, bietet in dieser Phase ein zusätzliches Sicherheitsnetz. «Die Erkundungsbohrung erlaubt, die Beschaffenheit des Untergrunds bis in die Endtiefe von 4 bis 5 Kilometern präzise auszuloten. Damit bringt sie, unabhängig vom weiteren Projektverlauf und den geothermischen Aspekten, viele wertvolle erdwissenschaftliche Erkenntnisse zum Jurabogen zwischen Genf und Basel», erklärt Dr. Peter Meier.

Das Hauptziel der Erkundungsbohrung und der Stimulationstest ist jedoch, das seismische Risiko von Stimulationsmassnahmen und die Erfolgschancen des Projekts sorgfältig zu evaluieren. So werden die Entscheide über eine allfällige zweite Bohrung, eine Stimulation des Untergrundes zur Bildung eines unterirdischen Reservoirs und den abschliessenden Bau des Kraftwerks jeweils erst nach der sorgfältigen Analyse der Messdaten gefällt.

Die jüngsten Erfahrungen von Geo-Energie Suisse aus den erfolgreichen Tests des Multi-Etappen-Stimulationskonzepts im Felslabor der ETH Zürich in Bedretto (TI) werden ebenfalls ins Haute-Sorne Projekt einfliessen. Ebenso die zukünftigen Erkenntnisse, die im Projekt FORGE in Utah des US Department of Energy, gewonnen werden.

Grosses Potenzial für die Region

Mit seinem wegweisenden Entscheid legt der Kanton Jura den Grundstein für ein umfangreiches, regionales Investitionsprojekt, leistet zudem einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der Innovationskraft der Schweiz und setzt sich aktiv für die Umsetzung der Energiestrategie 2050 ein. Darüber hinaus generiert das zukunftsweisende Geothermieprojekt substanzielle lokale und regionale Wertschöpfung sowie nationale und internationale Aufmerksamkeit.

Dereinst soll das geothermische Kraftwerk mit einer Leistung von bis zu 5 Megawatt, nach seiner
erfolgreichen Inbetriebnahme, dereinst sauberen Strom und erneuerbare Wärme für die Region produzieren und so mit konstanter, CO2 freier Bandenergie einen langfristigen Beitrag an die Versorgungssicherheit leisten.

Begleitkommission

Das Explorationsunternehmen Geo-Energie Suisse AG legt grossen Wert auf eine umfassende, transparente und dialogorientierte Information der Bevölkerung. Der Kanton Jura ruft deshalb eine Informations- und Begleitkommission ins Leben: Vertreterinnen und Vertreter des Kantons, der Gemeinde, der Bevölkerung, der Verbände und der Projektorganisation werden an einem Tisch versammelt und einen beständigen Austausch entlang der Projektetappen pflegen.

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