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Energieetiketten sollten informieren und nicht verwirren

Die Verordnungen der Europäischen Union zur Kennzeichnung von Wärmeerzeugern und Warmwasserbereitern ist seit 26. September 2013 in Kraft. Ab 26. September 2015 wird die entsprechende Kennzeichnung der Energieeffizienz mit weiteren Angaben auf den Produkten und Produkt-Paketen Pflicht. Was wir bisher von Haushaltsgeräten wie Fernsehern, Kühlschränken oder Waschmaschinen kennen, wird also auch für Öl- und Gasheizkessel, Kraftwärmekopplungsanlagen, Wärmepumpen sowie Warmwasserbereitern europaweit mit einheitlichen Kennzeichnungen angewendet.
Wie Stefan Cadosch am Weishaupt Ingenieur-Fachzirkel feststellte, sollten Label und Etiketten einfach als Hilfsmittel auf dem Weg zu einer energieeffizienten Gesellschaft betrachtet, aber nicht überschätzt werden. Sie sollten aber auch informieren und wie im Fall der Energieetiketten nicht für Verwirrung sorgen, besonders bei normalen Verwendern.

Die Intention vor gut 20 Jahren war,
dass die Energieetiketten ganz allgemein Auskunft über den Energieverbrauch von Elektrogeräten geben sollten. Zu Beginn war das einfach: Eine Skala mit Balken auf der linken Seite der Etikette reichte von A (am sparsamsten) bis hin zu G (am wenigsten sparsam). Rechts davon war ein schwarzer Pfeil, der die Effizienzklasse des Geräts anzeigte.

Durch den grossen technischen Fortschritt in den letzten Jahren wurden für besonders effiziente Geräte die Überklassen A+++ bis A+ geschaffen und die drei am wenigsten sparsamen Klassen einfach gestrichen. Durch diesen Kunstgriff wurde verhindert, dass alle diese Geräte heute in der obersten A-Klasse wären.

Wer nun heute zum Beispiel einen Kühlschrank kauft, der mit einem A++ ausgezeichnet ist, könnte meinen, es handle sich um ein sehr sparsames Gerät. Doch dieser Eindruck ist falsch. Denn es dürfen nur noch Kühl- und Gefriergeräte der Effizienzklassen A+++ und A++ verkauft werden. Das heisst: A++ ist zwar die zweitbeste Effizienzklasse, aber auch die schlechteste. Und die folgenden Effizienzklassen ab A+ sind ohne Bedeutung. Neuerdings werben Hersteller und Anbieter von elektrischen Geräten gar mit Angaben wie «A+++ –50%».

Das System der nicht einheitlich gehandhabten Überklassen scheint seine Berechtigung zu haben, sorgt aber in der heutigen Form nicht unbedingt für Klarheit.

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