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Über 900 Aussteller aus 17 Ländern haben an der Swissbau 2020 ihre Produkte und Dienstleistungen gezeigt. Bild: zVg

Gute Stimmung und weniger Aussteller

Grossevent Swissbau 2020: Über 900 Aussteller aus 17 Ländern auf 110 000 m2 Ausstellungsfläche haben an der Schweizer Leitmesse der Bau- und Immobilienwirtschaft ihre Produkte und Dienstleistungen gezeigt. Die über 90 000 Fachbesucher und privaten Bauinteressierten haben sich erneut einen aktuellen Blick über Innovationen, Trends und Lösungen verschaffen können.

In Anwesenheit eidgenössischer Parlamentarier sowie Regierungsvertretern beider Basel wurde die Swissbau 2020 feierlich eröffnet. Vor dem Tour d’horizon des Schweizerischen Baumeisterverbandes auf dem Messeplatz wurde der Ribbon-Cut diesmal anders vollzogen: Mit der Säge durchtrennte Ständeratspräsident Hans Stöckli eine Baulatte und eröffnete mit diesem symbolischen Akt offiziell die Swissbau.

Weniger Besucher und weniger Aussteller

Die Relevanz und Aktualität der Swissbau als führende Fachmesse der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft hat sich beim Fachpublikum erneut bestätigt, auch wenn diesmal die Besucherzahlen der Messe gegenüber 2018 um gut 6 % auf 92 269 gesunken sind. Die Stimmung war ausgezeichnet.

Namhafte Aussteller (bei den Ausstellern ist ein Rückgang um 14 % auf 902 zu verzeichnen) betonten aber nach wie vor den Mehrwert der Swissbau: Hier sei die Branche inklusive der Entscheidungsträger entlang der Wertschöpfungskette an einem Ort vereint; in Zeiten mit Herausforderungen wie Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Digitalisierung sei der persönliche Kontakt von Vorteil. Die meisten Aussteller betonten die Wichtigkeit hier zu sein. Und der Messebeginn am Dienstag war diesmal ausserordentlich stark: «Diesmal war der Auftakt der Messe so gut wie fast noch nie», sagte Stefan Zahm, Geschäftsführer von Kessel Schweiz. Kundenvertrauen gewinnen, Beziehungen pflegen und Materialien spüren – das ist an einer Messe am besten möglich.

«Wir werden nach der Messe wieder eine genaue Auswertung vornehmen, ob wir wiederkommen», sagte Thomas Escher, Verkaufsleiter der Nyffenegger Armaturen AG. «Schön an der Messe ist, dass viele Leute bereits mit konkreten Fragen kommen. Und dieses Mal können wir in Basel unsere NyfFix-Küchen-Installationsplatte mit verbessertem Bauschutz und Bohr-Schablone präsentieren.»

Persönlicher Austausch wichtig

Rudolf Pfander, Messeleiter der Swissbau, stellte die Wichtigkeit des interdisziplinären Dialogs heraus: «Von Angesicht zu Angesicht können sich Aussteller und Besucher austauschen.» Jedes Business basiere auf Vertrauen – und Vertrauen gewinne man nur durch persönlichen Austausch und nicht durch digitale Kanäle. «Durch die Digitalisierung wird alles viel komplexer», sagte Ueli Wermelinger, Lernmoderator bei der Firma Nussbaum. «Da ist es gut, hier zu wirken.»

Für den Messeleiter ist die Bedeutung der Swissbau als Plattform für Vernetzung grösser als je zuvor. Dafür will er in Kollaboration mit den wichtigen Partnern die drei Formate Messe (Aussteller mit ihren Produkten und Dienstleistungen), Swissbau Focus (Veranstaltungs- und Netzwerkplattform) und Swissbau Innovation Lab (Sonderschau für digitale Transformation) aktiv weiterentwickeln.

Trendige Badzimmerkonzepte

Auch an der Swissbau 2020 war die Trendwelt Bad der Publikumsmagnet im Innenausbau: Die Trendwelt Bad gab sich als führende Badausstellung der Schweiz. Die Top-Brands inszenierten mit attraktiven Messeauftritten ihre Produktneuheiten und boten Inspiration für Bauprojekte. Als Highlight neben den interessanten News von Geberit gaben die beiden Unternehmen Keramik Laufen und TECE an der Swissbau bekannt, dass Laufen ab 2020 den Vertrieb der TECE-Spültechnik in der Schweiz übernimmt. «Wir haben hier mit Laufen einen starken Partner für den Schweizer Markt gefunden», sagte Jürgen Fluck, Geschäftsführer TECE Schweiz, in Basel. «Damit profitieren die Endkunden vom hochwertigen und funktionellen Design vor sowie von den technisch ausgereiften TECE-­Lösungen hinter der Badezimmerwand.»

Heizung – Lüftung – Klima

Beim Gang durch die HLK-Ausstellungsflächen fiel bei dieser Ausgabe auf, dass verschiedene grosse Namen fehlten. Es ist zu hoffen, dass es nicht so bleiben wird, sonst leidet die Attraktivität für diese Zielgruppen. Im Bereich Heizung/Lüftung/Klima wurden viele Komponenten und Systeme verfeinert und auf neue gesetzliche Grundlagen des Bundes angepasst.

Die Kommunikation zwischen Baubeteiligten wird zunehmend wichtiger, insbesondere im Zuge von BIM müssen Absprachen in früheren Phasen der Bauplanung stattfinden. Bereits ab Phase 0, der Zieldefinition, müssen sich Bauherren, Architekten und Bauingenieure über die Detailtiefe sowie die finanziellen und designtechnischen Massstäbe einig sein.

Pellets und Luft für Sanierung

Manche Gebäude sind aus verschiedenen Gründen für Wärmepumpen nicht geeignet. Windhager präsentierte eine clevere Lösung. Bei bestehenden Heizungsanlagen mit Heizkörpern oder Fussbodenheizungen mit grossen Rohrabständen arbeitet eine Wärmepumpe nicht effektiv genug. Genau hier spielt der BioWIN2 Hybrid seine Vorzüge aus. Die Kombination aus Luft/Wasser-Wärmepumpe und Pelletkessel sorgt auch bei Gebäuden mit Heizkörpern für eine effiziente und sichere Wärmeversorgung.

Ist Ihre Heizung fit für die Zukunft?

Diese Frage stellte Hoval den Besuchern im Rahmen des neuen Energie-Gesetzes. Es gibt Fakten, die Hausbesitzer wissen müssen. Die Schweiz schreitet vereint der Energie-Effizienz entgegen. Bald werden die «Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich», die sogenannten MuKEn 2014, gesamtschweizerisch rechtskräftig. Zudem könnte schon bald der Eigenmietwert abgeschafft werden, was steuerliche Abzüge einer Sanierung verunmöglichen würde. Hoval bietet zu diesem Thema interessante Dienstleistungen an und Installateure sowie Hausbesitzer können sich individuell über die Möglichkeiten informieren.

Frischwasserstationen für alle Anforderungen

Der deutsche Hersteller KaMo GmbH aus Ehingen zeigte als einer der führenden Hersteller von Heizungs- und Frischwarmwassersystemen seine umfangreiche Produktpalette.

Bei Frischwasserstationen, die als dezentrale Systeme eingesetzt werden, fliesst nur dann warmes Wasser durch das Verteilsystem, wenn es auch tatsächlich vom Nutzer angefordert wird. Dieses bedarfsorientierte Funktionsprinzip steigert die Effizienz, die Hygiene und die Sicherheit der Heizungsanlage. Zentrale Frischwarmwasserstationen erwärmen das Trinkwasser zentral in der Heizzentrale und leiten es über eine Warmwasser- und Zirkulationsleitung (PWH und PWH-C) zu den Trinkwasserentnahmestellen.

Wissenstransfer und Networking

Dem interessierten Fachpublikum bot der Swissbau Focus zusammen mit 38 Partnern eine relevante Veranstaltungs- und Netzwerkplattform: In 80 Veranstaltungen wurden an der Swissbau aktuelle Herausforderungen der Branche diskutiert und von über 300 Referenten Wissen zu aktuellen Themen vermittelt.

Plattform für digitale Transformation

Das im Jahr 2018 gemeinsam mit den Mainpartnern Bauen Digital Schweiz, Innosuisse und SIA lancierte Swissbau Innovation Lab rückte das digitale Bauen ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit 77 Partnern aus Forschung, Planung, Bau und Betrieb wurde eine moderne Inszenierung mit neuartigem Architekturkonzept umgesetzt.