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Trinkwassergüte in aller Munde

Wir Menschen sind als «Wasserwesen» auf die ständige Zufuhr des wichtigen Lebensspenders Wasser angewiesen. Wie man sich fühlt oder wie gesund man ist, hängt daher auch mit der ausreichenden Versorgung unseres Organismus mit Wasser zusammen – mit gesundem Wasser! In früheren Jahrhunderten haben die vermögenden Leute in Ballungsräumen in unseren Breiten ihren Kindern Alkohol zum Trinken gegeben, weil sich dadurch die Kindersterblichkeit reduzieren liess. Zum Glück sind diese Zeiten bei uns längst vorbei! 


Trinkwasser muss in mikrobiologischer, chemischer und physikalischer Hinsicht genusstauglich sein. So verlangen es staatliche Verordnungen. Konkret heisst das: Trinkwasser muss bezüglich Geschmack, Geruch und Aussehen einwandfrei sein, und die Toleranz- und Grenzwerte für Mikroorganismen sowie für Fremd- und Inhaltsstoffe werden streng eingehalten.

Die Schweiz ist dicht besiedelt, mit intensiver Nutzung von Böden und Wasser. Dank der natürlichen Reinigungskraft im Wasserkreislauf, dem guten Ausbaustandard der Kläranlagen und den Gewässerschutzvorschriften sind allfällige Rückstände dennoch erfreulich gering (vgl. S. 10).

Andererseits erlaubt die moderne Analytik Möglichkeiten, von denen man früher nicht mal geträumt hat. Mit heutiger Messtechnologie lässt sich sogar ein Würfelzucker im Bodensee nachweisen. Das verdeutlicht, dass Übertreibungen fehl am Platz sind. Und erstaunlich, dass bei all den Bemühungen um möglichst perfektes Wasser bei der Lieferung und Verteilung nicht unbedingt die Installationssysteme den besten Nährboden für Bakterienbefall bieten, sondern die letzten Zentimeter in Dusch- und Flexschläuchen der Konsumenten. Wenn man bedenkt, was sich alles in einem Duschschlauch an Mikroorganismen tummelt, wie bei einer Tagung bei Nussbaum von Eawag-Spezialisten verdeutlicht (vgl. S. 4), wird einem schnell klar, dass man bei allen Perfektionierungsbestrebungen die Kirche besser im Dorf lassen sollte.

Dasselbe gilt auch für die Legionellenthematik, bei der Hysterie und Aktionismus nicht immer weiterhelfen.

Sicher, es bleibt noch viel zu tun, Optimierungen sind immer möglich, offenbar auch bei den Materialen, doch Ursache und Wirkung sollten in einem vernünftigen Verhältnis stehen – schliesslich beschäftigt uns ja auch die Anwendung von energieeffizienten Lösungen.

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