

Pinch-Messkoffer gross und klein mit kabellosen Sensoren, Gateways und Zubehör. (Fotos: HSLU)
HSLU / PW
Pinch-Messkoffer für Leistungsmessungen
Die Hochschule Luzern öffnet den Zugang zu ihrem praxiserprobten Messequipment: Ab sofort können Schweizer Unternehmen und Fachbüros den Pinch-Messkoffer direkt über eine Vermietungsplattform buchen. Das kabellose Messsystem unterstützt die Erfassung und automatische Online-Visualisierung von Temperaturen, Volumenströmen und thermischen Leistungen.
Belastbare Messdaten sind eine zentrale Voraussetzung, um den Energiebedarf industrieller Prozesse zu beurteilen und wirksame Effizienz- und Dekarbonisierungsmassnahmen abzuleiten. Jedoch sind die notwendigen Messdaten häufig nicht (im notwendigen Umfang) vorhanden. Bei einer Pinch-Analyse entfallen daher 60 bis 80 Prozent des Aufwands auf die Untersuchung des Ist-Zustands. Insbesondere die Erfassung von Temperaturen, Volumenströmen und thermischen Leistungen ist häufig mit aufwendigen und damit zeitintensiven Messaufbauten verbunden. Der an der Hochschule Luzern entwickelte Pinch- Messkoffer schafft hier Abhilfe: Die Datenerhebung wird durch kabellose Sensoren, zentrale Datenspeicherung und eine browserbasierte Online-Visualisierung massgeblich vereinfacht. Die Messdaten können jederzeit ortunabhängig auf einem beliebigen Gerät betrachtet werden - ohne vorherige Softwareinstallation.
Schnelle Installation und geschützter Datenzugriff
Die im Messkoffer enthaltenen Sensoren erfassen die Messwerte im 10-Sekunden-Takt und sind für einen Temperaturbereich von –40 °C bis 180 °C einsetzbar. Nach der Schulung kann ein typischer Messaufbau für zwei thermische Leistungsmessungen in wenigen Stunden installiert werden. Die Messdaten werden auf Schweizer Servern gespeichert und über individuelle Kundenzugänge in einer Online-Visualisierung bereitgestellt. Dadurch können Messverläufe laufend geprüft und gegebenenfalls notwendige Anpassungen bereits während der Messkampagne vorgenommen werden. «Mit der Vermietungsplattform machen wir unser praxiserprobtes Messequipment für externe Fachpersonen zugänglich. Unternehmen erhalten damit belastbare Daten, ohne ein Messsystem selbst beschaffen zu müssen», sagt Mario Berchtold von der Hochschule Luzern.
In mehr als 800 Einsatztagen erprobt
Vor dem Start der Vermietung wurde der Pinch-Messkoffer in 15 externen Messkampagnen während insgesamt mehr als 800 Einsatztagen getestet. Die Anwendungen umfassten Industrieanlagen, Energieversorgungssysteme und Gebäude. Das System bewährte sich sowohl bei Kurzzeitmessungen als auch bei mehrmonatigen Monitoringaufgaben. Durch den modularen Aufbau und die kabellose Kommunikation konnte der Aufwand für die Inbetriebnahme gegenüber früheren Messsystemen halbiert werden. Die vorhandene Online-Visualisierung erleichtert zudem die frühzeitige Überprüfung der Datenqualität.
Vom Forschungsprojekt zum Praxisangebot
Der Pinch-Messkoffer wurde an der Hochschule Luzern in Zusammenarbeit von Maschinen- und Elektrotechnik entwickelt und im Rahmen eines vom Bundesamt für Energie BFE unterstützten Projekts erprobt. Das Angebot ergänzt die Aktivitäten der Hochschule Luzern rund um die Pinch-Methode und die Software PinCH. Ziel ist es, Industrieunternehmen und Beratungsbüros die Erhebung verlässlicher Prozessdaten zu erleichtern und damit eine fundierte Basis für Energieeffizienz- und Dekarbonisierungsmassnahmen zu schaffen.
Vermietung auf einen Blick
Mietdauer: 1 Woche bis maximal 1 Monat
Kundengruppe: Geschäftskunden in der gesamten Schweiz
Übergabe: Abholung an der HSLU Hochschule Luzern in Horw LU Schulung: obligatorisch; ½ Tag in Horw
Mietpreise und Verfügbarkeit: pinch.ch/de/services/pinch-messkoffer
Kontakt: pinch-messkoffer@hslu.ch




