Die neuen Rohre gewährleisten, dass die Temperatur des Wassers konstant bleibt und das Quellwasser nicht kontaminiert wird.

Das erste Kunststoffrohr in der Geschichte des Bad Ragazer Heilwassers

Isolierte PE-Druckleitungen für Quellwasser

Moderne Kunststoffrohre sorgen für Kontinuität in der Versorgung von Thermalbädern mit Heilwasser an einem geschichtsträchtigen Ort. In der 170-jährigen Rohrgeschichte des Thermalwassers von Bad Ragaz war die Zeit reif geworden für eine grundsätzlich neue technische Lösung. Nach Holz- und Faserzementrohren folgen nun – in der dritten Generation – isolierte PE-Druckleitungen.

Im Jahre 1242 wurde in der wilden Taminaschlucht, nahe dem alten Bad Pfäfers, eine warme Quelle entdeckt. Bald diente das Wasser, das auf 639 m ü. M. entspringt und eine konstante Temperatur von 36,5° Celsius aufweist, der Heilung von Kranken.
Im 14. Jahrhundert wurde ein erstes Badehaus erbaut. Wegen der schweren Zugänglichkeit mussten die Badegäste auf halsbrecherische Art und Weise in die Taminaschlucht abgeseilt werden.

Drei Rohrgenerationen

1840 wurde die erste Wasserleitung auf einer Strecke von vier Kilometern eröffnet. Sie war aus Holz und transportierte das Thermalwasser während über 100 Jahren nach Ragaz. Es folgte dann eine zweite Rohrgeneration aus Faserzement, die nun durch eine dritte aus versorgungssicherem Polyethylen (PE) abgelöst wird. Heute fliesst das Wasser von der Quelle direkt zum Grand Resort Bad Ragaz, dessen Begründer – der Schweizer Architekt Bernhard Simon – unter anderem auch für den russischen Adel in St. Petersburg baute.

Anspruchsvolles Gelände

Es sei ein spezielles Projekt, erzählt Sanitärtechniker Sandro Paganini. Nicht nur, weil an einem geschichtsträchtigen Ort saniert und gebaut wird, sondern auch wegen anderer Begebenheiten, die hohen Anforderungen an Beteiligte und Produkte stellen. Das Gelände ist steinschlaggefährdet. Da die Leitungen nicht weit unter der Strasse liegen, sind sie nur minimal geschützt. Kunststoffrohre eignen sich in solchen Fällen besonders gut, weil sie aufgrund ihrer Beschaffenheit in der Lage sind, Erschütterungen abzufangen. Gleichzeitig müssen die Rohre gewährleisten, dass die Temperatur des Wassers konstant bleibt und das Quellwasser nicht mit einem anderen Medium in Kontakt kommt – ein klarer Fall für den Einsatz von isolierten Kunststoffrohren. 

Unterbruchfreier Betrieb

Ungefähr vier Kilometer Janolen-Druckrohre PN 16 und PN 25 in isolierter und nicht isolierter Ausführung legen die Strecke von Oberriet talaufwärts in die Taminaschlucht zurück. Dort werden sie vom Sanitärinstallateur oder Rohrleitungsbauer so verlegt, dass die Versorgung nicht unterbrochen werden muss. Provisorien helfen zusätzlich, diese Herausforderung zu meistern. Somit werden die Badegäste in Bad Ragaz und Valens von den im Januar 2014 begonnenen Bauarbeiten möglichst nicht tangiert und können das heilsame Quellwasser weiterhin ohne Einschränkungen geniessen. Bis Ende 2015 soll das Projekt abgeschlossen sein.