Schema eines Warmwasserverbrauchs

Schema eines Warmwasserverbrauchs

Warmwasser im Wandel der Zeit

Warmes Wasser jederzeit in ausreichender Menge und bester Qualität zur Verfügung zu haben, ist für uns heute selbstverständlich und normal. Bis in die Ära mit dem Holzzuber in der Küche muss man nicht zurückschauen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Warmwasser im Wandel der Zeit
2. Mit den zentralen Warmwasserversorgungen...
3. Wesentlich verändertes Umfeld
4. Werte von einst können anders sein
5. Messwerte in Relation zu Rahmenbedngungen stellen
6. Durchschnitts- vs. Spitzenverbrauch?

Warmwasser im Wandel der Zeit

Für den Installateur wird es erst spannend mit den leitungsintegrierten Warmwasser-Erzeugern. Es ist noch nicht allzu lange her, als jede Wohnung in Mehrfamilienhäusern noch einen eigenen 50- bis 100-Liter-Boiler über der Badewanne hängen hatte, bevor sie auf eine zentrale Warmwasserversorgung umgebaut wurde. Die Badewannen-Boiler waren der nächste Schritt in der Weiterentwicklung der Wohnungsversorgung.

Jede Wohnung machte das notwendige Warmwasser (WW) direkt selber - und wenn das Warmwasser mal nicht für jeden Bewohner reichte, haben dessen Mitbewohner einfach zu viel verbraucht. Die Verbraucher-Kleingruppe regelte das - in der Familie - selber. Das Verständnis war vorhanden und man arrangierte sich dementsprechend.

Mit den zentralen Warmwasserversorgungen ...

... änderte sich das Verständnis: Warmwasser sollte stets zur Verfügung stehen - egal ob der Nachbar unten, oben oder nebenan schon geduscht hatte oder nicht.
Die zentralen Warmwasserbereitungen ab der Öl- oder Gasheizung wurden somit einfach mit ausreichend Leistung erstellt und alle waren zufrieden. Die Heizleistung war damals grosszügig eingerichtet, wiesen doch die Gebäude seinerzeit einen erheblichen Heizenergiebedarf auf.

Wesentlich verändertes Umfeld

Die Warmwasser-Thematik steht heute in einem wesentlich veränderten Umfeld. Die Gebäude verfügen alle über eine gute bis sehr gute und insbesondere vollständige Wärmedämmung mit entsprechend kleinem Heizleistungsbedarf. Das Warmwasser ist heute an jedem Apparateanschluss vorhanden. So stieg der WW-Verbrauch und der dazu erforderliche Energieverbrauch in der gleichen Periode deutlich an.

In den 00er-Jahren wandelte sich das Badezimmer vom Funktionsraum zur privaten Wellnessoase, und Regenbrausen mit einem grossen Wasserverbrauch verbreiteten sich stark. Inzwischen hat sich die Energie-Etikette auch bei den Sanitärarmaturen durchgesetzt, und die Hersteller haben Regenbrausen im Angebot, die nicht mehr Wasserdurchsatz haben als eine Standard-Dusche.

Werte von einst können anders sein

Planer und Installateure nehmen für die Auslegung der Warmwasserbereitungen häufig zwei Standard-Werke zur Hand: das «Kurz und Bündig» oder das SI-Handbuch der Branche mit den Verbrauchsangaben und Summenliniendiagrammen. Sie tun dies im Wissen, dass die Tabellen heute als solche zwar nicht mehr ganz up to date sind, das Resultat aber tauglich ist: der Warmwasserverbrauch ist trotz der Spararmaturen heute grösser, die Belegungsdichte pro Wohnung jedoch kleiner als früher und mit dem Wandel zur 24h-Gesellschaft verteilt sich der Warmwasser-Verbrauch gleichmässiger.

Messwerte in Relation zu Rahmenbedingungen stellen

Mit der rein mathematisch-statistischen Auswertung von Messwerten wird man nicht viel weiterkommen. Vielmehr ist es erforderlich, Messwerte in Relation zu den jeweiligen Rahmenbedingungen zu stellen und daraus spezifische Warmwasserverbräuche zu generieren (vgl. Grafik).

Die Einflussfaktoren zu identifizieren, wird grundlegend, deren Stärke einzuschätzen, entscheidend sein: auf Grund der Faktor-Summe besteht die Möglichkeit, dass sich +/- abweichende Stärke-Einschätzungen wieder aufheben resp. sich nur kleine Abweichungen ergeben. Womit man wieder bei der aktuellen Ausgangslage wäre: die Berechnungsgrundlagen sind zwar nicht ganz stimmig, das Resultat aber trotzdem nicht falsch.

Durchschnitts- vs. Spitzenverbrauch?

Man darf gespannt sein auf neuste Ergebnisse von Auswertungen von Liegenschaftsverwaltern, insbesondere auf den Vergleich des Durchschnitts- vs. Spitzenverbrauchs. Das SI-Handbuch wird von solchen aktuellen Auswertungen profitieren. Eine Annahme ist, dass Warmwasserbereitungen im Normalbetrieb 50% oder mehr Reserven aufweisen, aber an wenigen Spitzentagen pro Jahr doch bis fast an ihr Limit gehen. Eine Bestätigung dieser Annahme würde zu zwei weiteren Punkten führen:

  • Ist es zumutbar, dass Mieter an wenigen Stunden pro Jahr nicht mit den gewohnten 37 °C duschen können?

  • Führt der Warmwasser-Einbruch zu einem hygienischen Problem im WW-Verteilsystem (Störung der thermischen 60° C-Desinfektions-Barriere im Speicher)?

Denn aktuell sind die in den Gebäuden verlegten Trinkwasserinstallationen kalt und warm ebenfalls gesetzlich geregelt und müssen so geplant, ausgeführt und betrieben werden, dass sie den anerkannten Regeln der Technik entsprechen.

Erkenntnisse aus künftigen Auswertungen sollten nicht mehr als allgemein gültig angenommen werden, sondern der Plausibilisierung der mit Bauherrn/Auftraggeber gemeinsam definierten Annahmen und Verbrauchswerte in der «Nutzungsvereinbarung Warmwasser» dienen. 

Legende
Mit der rein mathematischen/statistischen Auswertung der Messwerte ist es nicht getan. Es ist erforderlich, die Messwerte in Relation zu den jeweiligen Rahmenbedingungen zu stellen und daraus einen spezifischen Warmwasserverbrauch zu generieren. Die Einflussfaktoren zu identifizieren, ist grundlegend und deren Stärke einzuschätzen, entscheidend.