Wärme & Kälte

Welche Themen behandeln Wärmetechnik & Kältetechnik?

Die Wärmetechnik im Gebäudebereich umfasst die Wärmeerzeugung, die Wärmespeicherung und die Wärmeverteilung für Komfortwärme sowie industrielle Prozesswärme. Die wichtigsten Energiequellen für die Wärmeerzeugung sind: Holz (Stückholz, Pellets, Hackschnitzel), Solarwärme, Abwärme, Fernwärme, Öl, Gas. Wärmepumpen nutzen als Wärmequelle Umgebungswärme, Grundwasser, See-/Flusswasser oder Erdwärme.

Die Kältetechnik befasst sich mit den Systemen zur Erzeugung von Kälte zur Kühlung von Räumen oder Waren sowie für Tiefkühl-Anwendungen. Kältemaschinen sind Wärmepumpen.
Je nach Leistungsbereich kommen zum Einsatz: Direktverdampfer, Kompakt-Kältemaschine, Kaltwassersatz, Trocken- oder Nassrückkühler. Die eingesetzten Kältemittel werden laufend weiterentwickelt.

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Der SVK hat im Frühjahr die neue SVK-Werkstatt in Egerkingen bezogen. Hier finden verschiedenste Praxiskurse statt. (Bild: zVg)

Heute kaum mehr vorstellbar. Impression von der Generalversammlung 2019 während besserer Tage.

Interview mit SVK-Geschäftsführer Marco von Wyl

Verbandsarbeit während der Pandemie

Die Welt ist seit Monaten im Würgegriff der Covit-19-Pandemie. Die Wirtschaft stand praktisch still, mit noch unabsehbaren Folgen. Dieses Interview mit Marco von Wyl, Geschäftsführer SVK, soll der Leserschaft aufzeigen, wie der Verband mit der Krise umgeht.

 

Die Arbeit für den SVK ging auch während der Lockdown-Phase weiter und zum ersten Mal in der Verbandsgeschichte musste eine Generalversammlung schriftlich durchgeführt werden. Die im Mai vorgesehene GV wurde abgesagt und die Abstimmung wurde schriftlich durchgeführt.  
 

Marco von Wyl, wie blickt die Geschäftsstelle auf die schriftliche Generalversammlung 2020 zurück? Dieser Anlass ist jeweils ein beliebter Branchentreff, der dieses Jahr einfach entfallen musste. Anlässlich einer GV treffen sich die Branchenvertreter und man fühlt den Puls der ganzen Branche, was für den Vorstand und den Geschäftsführer sehr wichtig ist.

Diesen Anlass abzusagen ist uns schwergefallen. Die statutarisch nötigen Beschlüsse schriftlich herbeizuführen war kein Problem, vor allem auch deshalb, weil keine ausserordentlichen und umstrittenen Geschäfte anstanden. Die SVK-GV ist aber vor allem auch ein Netzwerk- und Informationsanlass. Deutlich mehr als 100 Entscheidungsträger/innen der Kältebranche treffen sich jeweils an diesem Anlass, um sich zu informieren und auszutauschen.

Nicht nur die GV, sondern auch die Kurse an den verschieden Austragungsorten mussten abgesagt werden. Ab wann wird das Kurswesen wieder aktiviert und welchen Einfluss hat Corona auf die Durchführung?

Einige SVK-Kurse müssen von den Fachleuten je nach Tätigkeitsgebiet zwingend besucht werden. Ich denke da an die «Vorbereitungskurse und Prüfungen für die Fachbewilligung Umgang mit Kältemitteln», an die «Vorbereitungskurse NIV 15» oder an die «Flüssiggasausbildungen». Steht das Kurswesen still, können die Unternehmen ihre Mitarbeitenden nicht gesetzeskonform ausbilden lassen. Seit dem 8. Juni 2020 führt der SVK wieder Kurse durch. Wie alle anderen Kursanbieter musste auch der SVK ein Schutzkonzept entwickeln, um sicherzustellen, dass die BAG-Bestimmungen eingehalten werden können. Für die Teilnehmenden sind die Einschränkungen aber nicht einschneidend. Teilweise profitieren die Besucher gar von der Situation, da sie gewisse Ausbildungen in verkleinerten Gruppen absolvieren können. 

Gibt es bereits Anzeichen, Hochrechnungen oder Prognosen, welchen Einfluss die Pandemie auf die Branche haben könnte?

Spezifische Hochrechnungen für die Kältebranche gibt es keine. Wir sind jedoch in engem Kontakt mit Installateuren und auch mit Vertretern des Grosshandels. Insgesamt ist die Branche derzeit noch erfreulich robust unterwegs. Wie sich die Situation weiterentwickelt, ist schwer abzuschätzen. Firmen, welche zu einem grossen Teil für die Gastrobranche arbeiten, werden wohl stärker betroffen sein. In der momentanen Situation werden Gastrounternehmen zurückhaltend sein mit Investitionen. Aber auch in allen anderen Bereichen ist ungewiss, wie sich die Pandemie auf Infrastruktur-Investitionen auswirkt. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Branche bisher verhältnismässig glimpflich davongekommen ist. Aber es ist zu befürchten, dass aus wirtschaftlicher Sicht «das Schlimmste» noch nicht überstanden ist.

Wie wurde während dieser schwierigen Zeit mit Kältefirmen, den verschiedenen Ämtern und verschiedenen anderen Stellen kommuniziert?

In der Kommunikation mit der Kältebranche setzten wir vor allem auf die SVK-News und die Verbandshomepage www.svk.ch. Mit dem Newsletter erreichen wir mehr als 1600 Branchenfachleute. Wichtige Informationen von Behörden und Partnerorganisationen wurden für die Branche aufbereitet und via News und Homepage zeitnah zur Verfügung gestellt. Die Verunsicherung und der Informationsbedarf in der Branche waren zu Beginn der Krise sehr gross. Dies war an den Rückmeldungen zu den SVK-News und auch an den hohen Zugriffsraten der Homepage deutlich zu erkennen. 

Die SwissSkills 2020 wurden in den Herbst 2022 verschoben, was sehr schade ist. Wird der SVK anderswo Berufsmeisterschaften durchführen?

Nach der Absage der SwissSkills war für den SVK-Vorstand sofort klar, dass die Berufsmeisterschaften nicht ersatzlos gestrichen werden dürfen. Auch dieses Jahr sollen die jungen Berufsleute Gelegenheit erhalten, sich im Rahmen von Meisterschaften zu messen und die Schweizermeister zu küren. Die Berufsmeisterschaften der «Kälteler» werden am 6. November 2020 stattfinden und nicht nur das.

Was ist sonst noch geplant für den 6. November?

Der SVK hat im Frühjahr die neue SVK-Werkstatt in Egerkingen bezogen. Hier finden verschiedenste Praxiskurse statt. Aufgrund des Lockdowns konnte die Kurs-Werkstatt bisher nicht würdig eröffnet werden. Auch die Schulabschlussfeier musste abgesagt werden. Am 6. November 2020 sollen die Anässe nachgeholt werden. Die Branche trifft sich an den Berufsmeisterschaften, eröffnet die Werkstatt, nimmt die Schulabgänger in die «Kältefamilie» auf und wird gemeinsam einige gemütliche Stunden verbringen. Natürlich immer vorausgesetzt, dass die Corona-Situation einen solchen Anlass zulässt. …aber wir sind zuversichtlich.

Abgesehen von der Corona-Krise, welche Themen stehen beim Verband im Vordergrund?

Es läuft sehr viel im Verband, um nur einige Projekte und Themen aufzuzählen:

  • Totalrevision der Bildungserlasse der Kälteberufe
  • Salär-Erhebung in der Branche
  • Produktion Berufsvideo Kältesystem-Planer
  • Entwicklung digitale Arbeitshilfe für die Anwendung der SN EN 378
  • Entwicklung und Einführung verschiedener neuer Weiterbildungskurse
  • und vieles mehr

Ein grosser Effort war aber vor allem auch für die Einführung der neuen Ausbildung und Prüfung für die Kältemittel-Fachbewilligung nötig.

Was genau hat sich bei der Fachbewilligung für den Umgang mit Kältemitteln verändert?

Um diese Frage zu beantworten muss ich ein wenig ausholen. Vor mehr als 25 Jahren wurde die Fachbewilligung Kältemittel ins Leben gerufen. Seither gilt: «Wer beim Herstellen, Installieren, Warten oder Entsorgen von Geräten oder Anlagen, die der Kühlung, Klimatisierung oder Wärmegewinnung dienen, beruflich oder gewerblich mit Kältemitteln nach Anhang 2.10 Ziffer 1 Absatz 1 ChemRRV umgeht, benötigt eine Fachbewilligung.»

Die Erfahrungen zeigen, dass die Ausbildungsbedürfnisse des Autogewerbes nicht deckungsgleich mit jenen der Kältebranche sind und dass die Quereinsteiger oftmals über keine kältetechnischen Kenntnisse verfügen. Aus diesen zwei Gründen wurden die folgenden Anpassungen vorgenommen:

  • Trennung der Fachbewilligung Kältemittel in eine Fachbewilligung «Fahrzeugklima» und eine Fachbewilligung «stationäre Kälteanlagen».
  • Ergänzung der heutigen ausschliesslich theoretischen «Umweltausbildung» durch eine praktische «Technikausbildung».

Mit Einführung der «Technikausbildung» soll sichergestellt werden, dass die Absolventen nicht nur um die Gefahren und Risiken der Kältemittel wissen, sondern tatsächlich ein Kältesystem ohne Kältemittelverluste entleeren und befüllen können.

Das sind viele Aufgaben, welche durch die doch eher kleine Branche zu leisten sind. Wie ist das zu schaffen?

Dies gelingt nur dank dem riesigen Engagement dutzender Firmen und Fachleute. Die Unterstützung und die Solidarität in der Branche sind wirklich ausserordentlich. Jahr für Jahr schliessen sich mehr Firmen dem Verband an und obschon die Fachleute stark ausgelastet sind, unterstützen sie den SVK in den Arbeitsgruppen und Kommissionen. An dieser Stelle ein ganz grosses Dankeschön allen Beteiligten. So macht Verbandsarbeit grosse Freude!