Marcel Nater, Albert Frei

Marcel Nater (links im Bild, mit Bauherr Albert Frei) führt in zweiter Generation die Gebr. Nater AG in Hauptwil/TG. Das 1973 gegründete Familienunternehmen ist spezialisiert auf die Erstellung von Heizungsanlagen und Sanitärinstal­lationen. (Foto: Hoval)

Testimonial

«Die Wirtschaftlichkeit war entscheidend»

Beim Ersatz der Ölheizung in einem 28-jährigen Mehrfamilienhaus hat sich der Bauherr für eine Hybridlösung mit Wärmepumpe und Gaskessel entschieden. Der verantwortliche Installateur Marcel Nater erzählt, was dabei die grössten Herausforderungen waren.

Herr Nater, was waren die Anforderungen seitens des Bauherren Albert Frei beim Ersatz seiner Ölheizung?
Sein wichtigstes Anliegen war: weg vom Öl. Ursprünglich angedacht war eine Erd­sonden-Lösung. Unsere Prüfung hat aber ergeben, dass dies zahlreiche bauliche Anpassungen zur Folge gehabt hätte. So wären auf dem Vorplatz unter anderem vier Bohrungen à je 250 Meter nötig ge­wesen, was zwar theoretisch machbar gewesen wäre, hinsichtlich Preis/Leistung hingegen nicht interessant war. Zudem befindet sich das Gebäude in einer Grundwasser-Schutzzone, in der Erdsonden­bohrungen eigentlich nicht zulässig sind. Da es aber ganz am Rand dieser Zone ist, wäre eine Sonderbewilligung vom Kanton nicht ganz aussichtslos gewesen. Jedoch müssen bei solchen Sonderbewilligungen Probebohrungen gemacht werden. Wenn Komplikationen auftreten sollten, müssten die Bohrarbeiten unverzüglich eingestellt werden. Dadurch entstehen zusätzliche Kosten und das Risiko besteht, dass das Projekt so nicht fertiggestellt werden kann. Aus diesen Gründen haben wir eine Lösung mit einer Luft/Wasser-Wärmepumpe ins Auge gefasst.

Sie haben sich dabei für eine Hybridlösung entschieden. Was war dafür ausschlaggebend?
Letztendlich war die Wirtschaftlichkeit matchentscheidend. Dazu kamen die begrenzten Platzverhältnisse im Keller des Gebäudes sowie die Anforderungen an
den Schallschutz. Mit einer reinen Luft/Wasser-Wärmepumpe wäre es bei dem errechneten Energiebedarf von 38 KW inklusive Warmwasser schwierig ge­worden, die strengen Schallgrenzwerte einzuhalten, da die Gebäude der Nachbarn relativ nahe liegen. So haben wir uns schliesslich für eine Kombilösung ent­schieden: Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe erledigt den Grossteil der Arbeit und ­übernimmt auch die Aufbereitung des Warmwassers, ein Gas-Brennwertkessel deckt die Spitzenwerte ab.

Wie aufwendig waren die Planung und die Installation der Anlage?
Natürlich war es etwas mehr Aufwand, als wenn man einfach eine Gasheizung installiert hätte – aber solche Herausforderungen sind es auch, die unseren Beruf spannend machen. Wir haben zunächst genau analysieren müssen, wie gross die Liegenschaft ist und wie hoch ihr Leistungsbedarf. Danach bestand die grosse Herausforderung darin, die Grösse der beiden Wärmeerzeuger abzustimmen, sodass beide Anlagen optimal miteinander harmonieren. Einerseits sollte die Wärmepumpe einen möglichst hohen Deckungsgrad aufweisen, andererseits soll ihre Lebensdauer so hoch wie möglich sein.

Für die Umsetzung haben Sie Produkte von Hoval gewählt. Welche Ent­scheidungsfaktoren haben hierbei eine Rolle gespielt?
Die Kombination aus der Luft/Wasser-­Wärmepumpe UltraSource B comfort (17), der Hoval UltraGas (35) sowie für Warmwasser der Hoval Combival ESSR 800 hat sich für unsere Bedürfnisse als optimal erwiesen. Von der UltraSource-Linie, die Hoval damals gerade neu auf den Markt brachte, hatten wir zuvor schon kleinere Modelle verbaut und waren von den sehr guten Schallwerten beeindruckt. Das neue 17er-Modell hat uns nebst den Schallwerten auch mit einem hohen COP-Wert überzeugt. Zudem arbeiten wir seit über 40 Jahren mit Hoval zusammen, weil das Unternehmen über sehr viel Know-how im gesamten Sortiment verfügt und auch hinsichtlich der Service- bereitschaft vorbildlich ist.

Die neue Anlage ist seit Herbst 2019 in Betrieb. Wie hat sich diese bisher bewährt?
Bisher haben Theorie und Praxis gut übereingestimmt. Gemäss unseren ursprünglichen Berechnungen muss der Gaskessel bei einer Aussentemperatur von 4 bis 5 Grad oder tiefer dazu geschaltet werden, weil dann die Wärmepumpe aufgrund ihrer Grösse an den Anschlag kommen würde. Wir haben dies nun zusammen mit Hoval im Betrieb beobachtet und aufgezeichnet. Aufgrund dieser Messungen haben wir den Bivalenzpunkt neu auf 6 Grad eingestellt. Dadurch erreicht die Wärmepumpe nun einen Deckungsgrad von sehr guten 75 Prozent.

Wie ist der Bauherr zufrieden mit der neuen Heizung?
Er ist begeistert. Wir haben mit ihm immer wieder Rücksprache gehalten und er hat sich gemeldet, wenn in seinen Augen etwas noch nicht gestimmt hat. So konnten wir die Anlage optimieren. Alles in allem entspricht der Betrieb unseren Berechnungen. Damit spart Albert Frei pro Jahr etwa 3000 Franken Heizkosten. Die Mehrkosten dieser Lösung im Vergleich zu einer Ölheizung sind damit nach bereits etwa zehn Jahren amortisiert.

Welche Erfahrungen können Sie von diesem Projekt mitnehmen für ­zukünftige Aufgaben?
Ich bin überzeugt, dass solche Hybridan­lagen vermehrt eingebaut werden. Sie bieten sich in meinen Augen für viele Gelegenheiten an, beispielsweise für Anlagen in Wohnquartieren mit sehr strengen ­Anforderungen hinsichtlich der Schall­emissionen. Interessant ist die Lösung auch für alte Mehrfamilienhäuser, die nicht optimal saniert worden sind und noch alte Radiatorensysteme eingebaut haben. Dort betragen die benötigten Vorlauftemperaturen 50 bis 60 Grad, wo es nicht mehr sinnvoll ist, dafür permanent eine Luft/Wasser-­Wärmepumpe einzubauen. Gerade für solche Fälle ist eine Hybridlösung ideal.

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