Im eidgenössischen Parlament werden zur Zeit die CO2-Grenzwerte diskutiert. Ab 2023 sollen bei einem Heizungsersatz noch maximal 20 kg CO2 pro Quadratmeter Energiebezugsfläche und Jahr aus­gestossen werden. Dieser Wert sollte in Fünfjahresschritten verschärft werden. Das Gesetz ist aber noch nicht fertig beraten und untersteht dem Referendum.

Impulsberater gegen fossile Raucher

Seit Ende 2019 können sich Heizungsfachleute mit eidgenössischem Fähigkeitsausweis sowie Chefmonteure mit der Berufsprüfung BP zu Impulsberatern für «erneuerbar heizen» weiterbilden. In einem halbtägigen Kurs mit Abschlusstest wird das nötige Rüstzeug vermittelt, um als Impulsberater gesamtschweizerisch tätig zu sein.

Das Ziel des Programms «erneuerbar heizen» von EnergieSchweiz ist es, Gebäudebesitzer bei dem Ersatz von Heizungsanlagen kompetent über Alternativen zum 1:1-Austausch speziell bei fossilen Anlagen zu beraten. Im Vordergrund steht dabei die Reduktion der CO2-Belastung und die vermehrte Nutzung erneuerbarer Energien. Wird der Ersatz einer alten Ölheizung erst bei ihrem Komplettausfall mit dem Bauherrn beurteilt, ist der Einbau einer neuen Ölheizung meist der einfachste und momentan billigste Weg. Dabei wird nicht lange über mögliche Alternativen nachgedacht. So wird dem Kunden von seinem Installateur wieder eine mit fossilem Brennstoff betriebene Anlage eingebaut, die dann für die nächsten 15 bis 20 Jahre in Betrieb sein wird.

Um diese Situation zu umgehen, kann der Installateur schon möglichst frühzeitig, im Idealfall bei anderen Wartungsarbeiten oder kleineren Reparaturen an Sanitär- oder Heizungsinstallationen, der Bauherrschaft einen Impuls zum Nachdenken über eine nachhaltige Sanierung seiner Heizanlage geben.

Mittels einer Checkliste macht der Impulsberater eine Bestandsaufnahme des bestehenden Heizsystems. Mit den erhobenen Angaben können die Berater eine massgeschneiderte Lösung für das Heizen mit erneuerbaren Energien präsentieren. Somit kann sich die Bauherrschaft rechtzeitig Gedanken über den Wechsel von fossiler zu umweltschonender Heizenergie machen und kommt nicht unter Zeitdruck. Ab dem Jahr 2050 soll die Schweiz klimaneutral sein und keine Treibhausgase mehr ausstossen. Dazu braucht es viele Massnahmen. Mit einem smarten Heizungsersatz wird ein effizienter Schritt in diese Richtung gemacht.

Welchen Vorteil bringt das dem Installateur?

Gemäss Bundesrat soll bis 2050 die Schweiz nicht mehr Treibhausgase in die Atmosphäre ausstossen, als durch natürliche oder technische Speicher wiederaufgenommen werden können. Dies bedeutet, dass die noch heute in Betrieb stehenden fossilen Heizungen (etwa 900 000 Öl- und Erdgasheizungen) bis dahin ersetzt werden müssen. Bis 2050 heisst das: 30 000 fossile Heizungen pro Jahr. Das Programm «erneuerbar heizen» unterstützt Hausbesitzer bei diesem Umstieg auf erneuerbare Energien.

Die Planer und Installateure sind angehalten, ihren Beitrag dazu zu leisten. Als Fachleute stehen sie an vorderster Front, für einen nachhaltigen Energieeinsatz einzustehen und ihr Fachwissen speziell an die privaten Gebäudebesitzer weiterzugeben.

Für eine Impulsberatung vor Ort ist mit einem Zeitaufwand von 1 bis 2 Stunden (ohne Reisezeit) zu rechnen. Viele Kantone bezahlen einen Beitrag an die Impulsberatung, sofern der kostenlos angebotene Kurs erfolgreich abgeschlossen worden ist. Die Fachleute der Branche profitieren somit gleich mehrfach von diesem Programm:

  • Möglichkeit, als kompetenter Berater der Bauherrschaft den Weg zu nachhaltiger Haustechnik aufzuzeigen
  • Beratungen anzubieten, die von den meisten Kantonen gefördert werden
  • eine Basis für eine Offerterstellung zur klimaneutralen Heizungssanierung zu erhalten
  • sich vom reinen Ersatz-Installateur abzuheben
  • eine vertiefte Kundenbindung aufzubauen
  • durch zufriedene Kunden für weitere Sanierungen in der Nachbarschaft empfohlen zu werden.

VSSH empfiehlt das Impulsberater-Programm

Der Vorstand derVereinigung Schweizerischer Sanitär- und Heizungsfachleute (VSSH) hat an einer ihrer Sitzungen beschlossen, seinen Mitgliedern die Teilnahme an dem Programm zu empfehlen. Neben der Suissetec und weiteren Berufsverbänden fühlt sich die VSSH für das Erreichen der Ziele für eine klimaneutrale Schweiz verpflichtet. Ab 2020 sind pro Jahr 30 000 fossile Feuerungen zu ersetzen. Eine 2017 in der Stadt Zürich durchgeführte Befragung bei privater Eigentümerschaft hat gezeigt, dass über 80 % beim Heizungsersatz erneut eine fossile Anlage eingebaut haben. Auf die Frage nach der vertrauenswürdigsten Auskunftsstelle wurden die Heizungsinstallateure neben den Energieberatern am häufigsten genannt, trotz Internet und amtlichen Stellen. Bei der Investitionsbereitschaft wurde zwar erwartungsgemäss ein Heizungsersatz als weniger attraktiv als eine neue Küche oder ein schönes Bad gewertet. Mit den entsprechenden Argumenten liessen sich jedoch sehr viele Eigentümer vom nachhaltigen Nutzen und den künftigen Kosteneinsparungen einer Heizung mit erneuerbaren Energien überzeugen.

Wo kann man sich für den Kurs anmelden?

Nach der Lancierung des Impulsberater- Programms an der Swissbau 2020 in Basel werden verschiedene Events veranstaltet. Hinweise und alle Details sind auf der Internetseite des BFE (erneuerbarheizen.ch) zu finden. Für die Anmeldung zu den Kursen und dem Download gibt es bei Suissetec wichtige Hinweise.

www.suissetec.ch/de/erfassung-impulsberater.html