Komet Neowise und Schloss Lenzburg Das Wetter war vor allem in der 1. Julihälfte häufig klar, so dass man den Kometen „Neowise“, der zu dieser Zeit überraschend am Himmel auftauchte, gut beobachten konnte. Am 13. Juli um 3:45 Uhr bot der Komet über dem Schloss Lenzburg AG ein spektakuläres Bild. (Bild: Andreas Walker)

Gewitterwolke Gränichen Am Abend des 22. Juli bildete sich bei Gränichen AG eine riesige Gewitterwolke, die im goldgelben Abendlicht leuchtete. (Bild: Andreas Walker)

Gewitter am Hallwilersee Vom 13. bis am 18. August bestimmte aus Südwesten zufliessende feuchtwarme Gewitterluft das Wetter. Sie führte in mehreren Gebieten zu Gewittern mit kräftigen Niederschlägen, Hagel und Sturmböen. Am Abend des 17. August brachte diese Gewitterzelle Regen am Hallwilersee. (Bild: Andreas Walker)

Hoher Wasserstand Goldach Ende August regnete es sehr stark, so dass Flüsse und Bäche schnell anschwollen. Im Bild die Goldach (Kt. SG) mit sehr hohem Wasserstand. (Bild: Andreas Walker)

Sonniges Wetter Meggen Der September war sehr sonnig und niederschlagsarm. Blick von Meggen LU aus über den Vierwaldstättersee zum Pilatus am 15. September. (Bild: Andreas Walker)

CH-Karte Klimastationen.

Warmes und sonniges Sommerquartal 2020

Die Witterung im 3. Quartal 2020 (Juli, August, September).

Der Juli war in vielen Gebieten niederschlagsarm und überdurchschnittlich sonnig. Der August war einer der Wärmsten seit Messbeginn 1864. Der warme und trockene September brachte einzelne Hitzetage und gegen das Quartalsende Schnee bis auf 1000 Meter.

Wechselhafter Juli
Trotz mehrerer Störungsdurchgänge und Gewitterlagen blieb der Juli in vielen Gebieten niederschlagsarm und überdurchschnittlich sonnig. Erst am Monatsende kamen die Hitzetage.
Der Juli 2020 war von wechselhaftem Wetter geprägt. Die längsten sonnigen Perioden auf der Alpennordseite dauerten nur drei Tage – vom 7. bis am 9.und vom 18. bis am 20. Juli. Während dieser Zeit bescherten Hochdruckgebiete der ganzen Schweiz viel Sonnenschein und gebietsweise Höchstwerte von 30 bis 32 °C.
Wenige Hitzetage: Ab dem 27. Juli flossen aus Südwesten heisse Luftmassen zur Schweiz. Die Tageshöchstwerte erreichten verbreitet zwischen 30 und 32 °C und erreichten örtlich bis 35 ° C. Der 31. Juli war an vielen Orten noch heisser. An diesem Tag erreichten die Maximaltemperaturen am Jurasüdfuss Werte zwischen 33 und 36,5 °C. Im Tessin wurden sogar Höchstwerte zwischen 31 und 34,5 °C gemessen. Am frühen Morgen des 28. Juli verzeichnete Genf mit 23,4 °C die höchste Tagesminimumtemperatur seit Messbeginn 1864.

Monatsbilanz Juli 2020
Die Julitemperatur betrug im landesweiten Mittel 15,4°C und lag damit1,2°C über der Norm 1981−2010. In der West-und Nordwestschweiz lag sie 1,1 bis 2,0 °C über dem langjährigen Mittel. Auf der Alpensüdseite, im Wallis und im Engadin wurden Abweichungen zur Norm von +0,7 bis +1,4 °C registriert.
Trotz wechselhafter Witterung mit mehreren Kaltfronten und Gewitterlagen fiel in einigen Gebieten der Schweiz ausgesprochen wenig Regen. Bis Monatsende erhielten Teile der Alpendsüdseite weniger als ein Drittel der normalen Julimenge, in der Umgebung von Locarno waren es sogar nur 20%. Auch in der West-und Nordwestschweiz blieben die Werte verbreitet zwischen 20 und 50 % des langjährigen Mittels.
An der Messstation Basel-Binningen gab es mit der Monatssumme von 5,6 Liter pro Quadratmeter den bisher niederschlagsärmsten Juli seit Messbeginn 1864. Am zentralen und östlichen Alpennordhang fiel mit 70 bis knapp 100 % der Norm deutlich mehr Regen.
Die Sonnenscheindauer betrug im Mittelland, in der Nordwestschweiz und im Jura 120% bis 135% der Norm. Etwas weniger Sonne, erhielten die nördlichen Voralpen, die Alpentäler und das Tessin mit etwa 110 % bis 125 % des langjährigen Mittels. In den höheren Lagen der Alpen war die Sonnenscheindauer mit 105 % bis 115 % der Norm leicht überdurchschnittlich.

Warmer und nasser August
Die Schweiz erlebte regional einen der wärmsten Augustmonate seit Messbeginn 1864. Am Monatsende traten massive Niederschläge auf. Der August begann sehr heiss. In den ersten zwei Tagen erreichten die Tageshöchstwerte im Norden über 34 °C, im Süden blieben sie knapp unter 34 °C. Die Alpennordseite wurde bereits am 2. August von frischer Atlantikluft erreicht. Die beiden anschliessenden Tage waren in der ganzen Schweiz regnerisch und im Norden ausgesprochen kühl.
Hitzeperiode: Mit dem 5. August begann eine anhaltende Hochdruckperiode, die das Sommerwetter zurück brachte. Die Periode mit täglichen Höchstwerten von 30 °C und mehr dauerte je nach Region sechs bis sieben Tage. Die Temperaturspitzen stiegen beidseits der Alpen meist auf 32 bis 33 °C, lokal auch über 34 °C.
Vom 13. bis am 18. August bestimmte aus Südwesten zufliessende feuchtwarme Gewitterluft das Wetter. Sie führte in mehreren Gebieten zu Gewittern mit kräftigen Niederschlägen, Hagel und Sturmböen.
Nach einem Zwischenhoch und einer wenig aktiven Warmfront am 19. August folgten zwei weitere landesweite Hitzetage. Nach dem Durchzug einer Kaltfront am 22. August mit etwas Regen im Norden und lokal kräftigen Gewitterregen im Süden, lag die Schweiz bis am 26. August unter einer westlichen Höhenströmung am Nordrand des Azorenhochs, das wieder sonniges Wetter brachte.
Starke Regenfälle am Monatsende: Bis am 27. August blieben die Regenmengen in vielen Gebieten unterdurchschnittlich. Mit einer anhaltenden Südwestströmung floss vom 28. bis am 30. August 2020 warmfeuchte Mittelmeerluft zur Alpensüdseite und brachte dort ergiebige Niederschläge. Auf der Alpensüdseite erreichten die 2-Tagessummen vom Morgen des 28. bis am Morgen des 30. August an einigen Messstandorten über 150, im Maggiagebiet lokal über 260 Liter pro Quadratmeter.

Monatsbilanz August 2020
Mit einem landesweiten Mittel von 15,2 °C lag der August 1,4 °C über der Norm. Die Augusttemperatur lag nördlich der Alpen verbreitet 1,4 bis 2,0 °C, in den Alpen und auf der Alpensüdseite meist 1,0 bis 1,5, und im Tessin lokal auch um 2 °C über dem langjährigen Mittel.
Die Niederschlagsmengen erreichten im August in dem vom Starkniederschlag betroffenen Gebiet von der Alpensüdseite über den Kanton Graubünden bis in die Nordostschweiz zwischen 130 und 200 % der Norm. In den meisten übrigen Regionen der Schweiz fielen Augustsummen von 120 bis 160 % des langjährigen Mittels. Gebiete mit durchschnittlichen oder unterdurchschnittlichen Mengen gab es vor allem im Jura.
Die Sonnenscheindauer lag im August verbreitet zwischen 90 bis 110 % der Norm. Einzelne Gipfellagen registrierten um 120 % des langjährigen Mittels.

Warmer und trockener September
Der September brachte viele Sommertage und einzelne Hitzetage. Bis ins letzte Monatsdrittel blieb der September verbreitet sehr trocken. Eine massive Abkühlung brachte gegen Monatsende kräftige Regenfälle und in den Bergen Schnee bis auf 1000 Meter.
Nach zwei regnerischen Tagen wurde das Wetter in der Schweiz vom 3. bis am 18. September überwiegend von Hochdrucklagen mit reichlich Sonnenschein bestimmt. Das anhaltende Hochdruckwetter brachte beidseits der Alpen viele Sommertage mit Tagesmaxima von 25 °C oder höher.
Späte Hitzetage: Vom 14. bis am 16. September registrierten einzelne Messstandorte in der Nordwest- und Westschweiz sowie im Wallis Temperaturen von 30 °C und mehr. Locarno-Monti erlebte zwei Tropennächte. Am 14. und am 16. September sank die Temperatur von Mitternacht bis Mitternacht nicht unter 20 °C. Mit einem Tagesminimum von 20,1 °C am 17. September gab es in Nyon/Changins in der Westschweiz die erste Tropennacht in einem September seit Beginn der homogenen Datenreihe im Jahr 1965.
Die anhaltenden Hochdrucklagen brachten im September in den ersten drei Wochen sehr wenig Regen. Bis zum 23. September fielen in einem grossen Teil der Schweiz nur 15 % der Norm oder weniger. In der Nordschweiz blieben die Mengen lokal unter 5 % des langjährigen Mittels. Insbesondere im nördlichen Kanton Aargau registrierten einige Messstellen bis am 21. September überhaupt keinen Niederschlag.
Temperatursturz mit Regen und Schnee: Ein markanter Kaltluftvorstoss aus dem Nordatlantik brachte der Schweiz ab dem 25. September sehr kühle Verhältnisse begleitet von kräftigen Niederschlägen. Die Tagesmitteltemperaturen erreichten vor allem im Alpenraum tiefe Werte, wie sie in dieser Jahreszeit nur selten beobachtet werden. Die Schneefallgrenze sank in den Alpen auf rund 1000 Meter, in Nordbünden sogar bis auf 700 Meter. In den höheren Regionen der Alpen erreichten die Neuschneesummen vom 25. bis am 27. September verbreitet zwischen 10 und 30 cm. Im Glarnerland, in Teilen Nordbündens sowie am westlichen Alpennordhang fielen sogar rund 40 bis 60 cm Schnee.

Monatsbilanz September 2020
Mit einer landesweiten Temperatur von 11,8 °C lag die Septembertemperatur 1,6 °C über der Norm. Nördlich der Alpen lag sie verbreitet 1,7 bis 2,1 °C und im Jura lokal bis 2,4 °C über dem langjährigen Mittel. In den Alpen und auf der Alpensüdseite bewegten sich die Werte verbreitet 1,3 bis 1,7 °C, im Engadin knapp 1 °C über dem Durchschnitt.
Die Niederschlagsmengen erreichten im September in der Westschweiz verbreitet 60 bis 90 %, lokal auch über 100 % der Norm. In den Regionen Davos und Unterengadin gab es Mengen von 120 bis 140 % des Durchschnitts. Extrem niederschlagsarm blieben Teile des Wallis mit nur 15 bis 30 % der Norm. Die übrigen Gebiete erhielten meist 30 bis 70 %, lokal auch 80 bis 90 % des langjährigen Mittels.
Die Sonnenscheindauer stieg im September im Mittelland und in der Nordwestschweiz auf 120 bis 140 % der Norm. Im Wallis und im Engadin bewegte sie sich zwischen 100 und 110 % des Durchschnitts. Die übrigen Gebiete der Schweiz registrierten meist 110 bis 120 % des langjährigen Mittels.

Tabellen als PDF:
- Klimadaten im dritten Quartal 2020
- Klimadaten im zweiten Quartal 2020
- Klimadaten im ersten Quartal 2020
- Schweizer Karte mit Klimastationen

Quelle: MeteoSchweiz, Klimabulletins 2020