Wärmetechnik

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Oben in der Mitte des Anfeuermoduls wird die Anzündhilfe platziert. Das Feuer brennt von oben nach unten. Wie bei einer Kerze.

An CAD kommt auch der Dorfelektriker nicht vorbei

Neue Anfeuermethode senkt den Schadstoffausstoss beträchtlich

Die neue Anfeuermethode wird seit Ende 2007 von offiziellen Stellen propagiert. Sie ist ein einfaches und sehr wirksames Mittel, um den Schadstoffausstoss deutlich zu senken. Sie eignet sich für alle Holzfeuerungen, bei welchen die Abgase den Feuerraum nach oben verlassen, also für die meisten Feuerungen im Wohnbereich, vom Cheminée über den Kaminofen bis zum Speicherofen.

Von oben nach unten 

Im Feuerraum werden die Scheiter mit etwas Abstand als Kreuzbeige aufgeschichtet, unten die Dickeren und oben die Dünneren. Das sogenannte Anfeuermodul aus 2 + 2 kleinen trockenen Tannenholzscheitern und einer Anzündhilfe (z.B. wachsgetränkte Holzwolle) dazwischen wird oben auf dem Brennholzstapel aufgebaut. Nach dem Anzünden der Anzündhilfe brennt das Holz nun schrittweise von oben nach unten ab. Die entstehenden Gase strömen durch die heisse Flamme und verbrennen vollständig. So lassen sich unnötige Rauch- und Schadstoffemissionen vermeiden. Zudem verläuft die Verbrennung kontrollierter als beim früher üblichen Anfeuern von unten.

Wo Rauch ist, ist immer auch Feinstaub. Bei richtigem Betrieb brennt das Holzfeuer jedoch nach spätestens 15 Minuten rauchfrei. So kann man selber beurteilen, ob man sauber heizt. Raucht eine Holzfeuerung anhaltend, werden nicht nur die Bestimmungen der Luftreinhalte-Verordnung (LRV) verletzt, sie schadet damit auch der Gesundheit.

Perfekt läuft eine Holzfeuerung, wenn man ausserdem die folgenden goldenen Regeln beachtet: Das Feuer nicht durch Einschränkung der Luftzufuhr oder Schliessen der Kaminklappe drosseln. Nur einzelne Scheite nachlegen und diese auf eine starke Glut setzen, damit das Holz sofort Feuer fängt. Die Luftklappe und den Kaminschieber erst schliessen, wenn die Glut kaum mehr sichtbar ist, damit der Ofen nicht zu rasch auskühlt.

Schiefgehen kann eigentlich nichts, wenn man nicht zu grobes oder gar feuchtes Anfeuerholz verwendet und nicht vergisst, die Luftklappen zu öffnen. Die neue Methode wird denn auch von Holzenergie Schweiz, der Arbeitsgruppe Fair-Feuern und vielen andern Fachleuten wärmstens empfohlen.

 

Zentralheizungen und Kachelöfen

Eine neue Anfeuermethode gibt es auch für Holzfeuerungen mit «unterem Abbrand» wie Zentralheizungen und Kachelöfen. Das Prinzip ist ähnlich. Die Anzündhilfe wird jedoch direkt vor der Öffnung platziert, durch welche die Abgase den Feuerraum verlassen. Gerade bei diesen leistungsfähigeren Anlagen kann der Schadstoffausstoss mit dem richtigen Holz und der richtigen Anfeuermethode massiv gesenkt werden. Das spezielle Merkblatt für den «unteren Abbrand» finden Sie auf der Internetseite www.holzenergie.ch.

(Quelle: Extrablatt für Hausbesitzer, EnergieSchweiz, Oktober 2008)

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