Wärmetechnik

Quelle Grafik: Gesamtenergiestatistik BFE, Darstellung EnDK 2018.

Quelle Grafik: Gesamtenergiestatistik BFE, Darstellung EnDK 2018.

Stadt Basel hat gezeigt, wie's geht. Kanton Zürich will nun auch

Nun will auch der Kanton Zürich endlich erfolgreich "seine" 120'000 Ölheizungen durch Wärmepumpen ersetzen.

Der Zürcher Baudirektor Martin Neukom hat wohl unser Interview mit Energie-Experte Rudolf Rechsteiner zum Energiegesetz 2017 der Stadt Basel gelesen. Der grüne Baudirektor hat kürzlich seinen «Klima-Deal» vorgestellt. Die generelle Richtung: ernsthaft weg von Erdöl, Gas und Elektroheizungen, mehr Fördergelder für Wärmepumpen.

«Die 120'000 Ölheizungen im Kanton zu ersetzen, wird die grosse Herausforderung», sagt Neukom. Die fossilen Heizungen sollen grösstenteils durch Wärmepumpen ersetzt werden, die zwar grössere Anschaffungskosten haben, dann aber günstiger sind in Betrieb und Unterhalt.

Die Vorlage ist gut formuliert, zum Beispiel: In bestehenden Häusern mit Öl- und Gasheizungen muss bei einem Ersatz grundsätzlich auf erneuerbare Energie umgestellt werden. Eine neue Öl- oder Gasheizung ist nur dann erlaubt, wenn die CO2-neutrale Anlage wie eine Wärmepumpe über den gesamten Lebenszyklus mehr als 5 Prozent teurer wäre. Also einschliesslich der Erdöl-, Gas- und Stromkosten.
Das Zauberwort heisst also "Lebenszykluskosten" bzw. "effektive Jahreskosten". Für die Berechnung der massgebenden Lebenszykluskosten werden die Durchschnittspreise der letzten vier Jahre genommen für Heizöl, Erdgas, Elektrizität etc.

Die finanzielle Förderung wird stark ausgebaut: Eine Wärmepumpe soll zu 15 bis 20 Prozent vom Staat bezahlt werden. Für energetische Massnahmen stehen für die nächsten vier Jahre 180 Millionen Franken zur Verfügung. Das ist mehr als doppelt soviel wie in den vergangenen vier Jahren.

Martin Neukom ist überzeugt, dass das neue Gesetz im Kantonsparlament und Volk durchkommt.
Ich hoffe auch, dass das gelingt. Damit wir in der Schweiz ein weiteres gutes Beispiel haben für ein wirklich zukunftsgerichtetes Kantonales Energiegesetz. Als Vorbild für die anderen Kantone. Damit wir hoffentlich bald etliche Kantonale Energiegesetze haben, die nicht viele Kompromisse enthalten und nur zirka in die richtige Richtung weisen, sondern es möglich machen, dass das Ziel "netto Null CO2-Ausstoss im Gebäudebereich bis 2050" tatsächlich erreicht werden kann.

Quelle: Artikel im Tagesanzeiger 8.5.2020
 

 

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