Mobile Wärmepumpe: Die grössere ist in einem eleganten Autoanhänger. (Foto: Stefano Schröter)

Mobile Wärmepumpe: Die grössere ist in einem eleganten Autoanhänger. (Foto: Stefano Schröter)

Mobile Wärmepumpe: Die kleinere ist in einer Stahlkonstruktion montiert. (Foto: Stefano Schröter)

Mobile Wärmepumpe: Die grössere ist in einem eleganten Autoanhänger. (Foto: Stefano Schröter)

Energiewende im Anhänger

Mobile Heizzentralen werden häufig mit Heizöl betrieben. Ein Konzept von gestern, meint Xhavit Elshani. Deshalb hat der Installateur aus Bulle FR eine mobile Wärmepumpenheizung entwickelt. Diese ist flexibel, sehr leise und leistet auch bei der Bautrocknung gute Dienste.

Viele Heizungsinstallateure lagern in ihrem Hinterhof ausgediente Anlagen. Nicht so Xhavit Elshani. Auf der Rückseite seiner Werkstatt in Bulle parkiert er die Firmenautos und zwei mobile  Wärmepumpen. Die kleinere ist in einer Stahlkonstruktion montiert, die grössere in einem eleganten Autoanhänger. «Chauffage mobile» steht auf dessen Seite. Tatsächlich transportiert der Installateur mit diesem Anhänger nicht nur eine mobile Heizung, sondern einen Paradigmenwechel. Denn trotz aller Fortschritte bei der Heiztechnik werden viele Übergangs- oder Notheizungen immer noch mit Heizöl oder Pellets betrieben. «Solche Energieträger sind für mich nicht mehr zeitgemäss. Zudem braucht man vor Ort sehr viel Platz für die mobile Heizung und den Brennstoff.», sagt Elshani.

Fantasie und Handarbeit
Im Alltag verkauft und wartet Xavier Elshani vor allem Wärmepumpen. Konnte er eine solche Maschine nicht zur mobilen Heizzentrale umfunktionieren? Diese Idee umzusetzen, dauerte gut zwei Jahre: «Ich wollte nicht zu einer Bank gehen, um das Projekt zu finanzieren, sondern es aus eigener Kraft schaffen. Die Installationen habe ich deshalb alle selbst erledigt – in Handarbeit.» Die Kosten für Anhänger, Elektro- und Installationsmaterial trug der Installateur selber. Die beiden Occasions-Wärmepumpen konnte er kostenlos übernehmen. Die grosse Maschine vom Typ Elco Aerotop T32 liefert eine Leistung von 23 bis 47 Kilowatt. Sie kann gleichzeitig für die Bereitstellung von Raumwärme und Warmwasser genutzt werden.
Neben der Wärmepumpe sind im Anhänger auch ein Warmwasserspeicher (500 Liter Volumen) und ein Pufferspeicher für die Wärmepumpe (200 Liter Volumen) sowie ein Ausgleichsgefäss und alle notwendigen Pumpen untergebracht. Der Anhänger ist 5,6 Meter lang, 2,6 Meter breit und 2,3 Meter hoch. Damit passt er auf einen normalen Parkplatz. Für die Stromversorgung benötigt man lediglich eine Zuleitung mit 400 Volt und 63 Ampère. «Auf den meisten Baustellen ist eine solche Leitung bereits vorhanden, um den Kran zu speisen. Wenn der Kran abgebaut wird und der Innenausbau beginnt, können wir die Zuleitung also gleich übernehmen», erläutert Elshani. Für die Verbindung zwischen der Heizzentrale und der Gebäudeheizung genügen handelsübliche Kupplungsschläuche. Dadurch ist die Lösung ausgesprochen flexibel: Wer bei Elshani am Vormittag die mobile Heizung bestellt, kann sie oft bereits am Nachmittag nutzen.

Unkomplizierte Wärme
Mit der mobilen Zentrale im Anhänger können Leistungen von bis zu 23 Kilowatt abgedeckt werden. Für grössere Objekte kaskadiert Elshani die Maschine im Anhänger mit einer zweiten Wärmepumpe (ebenfalls Elco Aerotop T 32). Durch die Kaskadierung sind bis zu 47 Kilowatt möglich. Der Stahlrahmen der kleineren Maschine ist mit Kranösen ausgerüstet. So kann die Wärmepumpe problemlos mit Hilfe eines Baustellen- oder Lastwagenkrans platziert werden. «Im Greyerzerland gibt es viele Chalets ohne richtige Zufahrt. Dort können wir die Maschine direkt vom Lastwagen aus am richtigen Ort aufstellen», sagt Antonio Ayude, Verkaufsberater bei Elco. Er begleitet Elshani seit längerem und hat sich für das ungewöhnliche Projekt engagiert. «Mit einer mobilen Wärmepumpenheizung treffen wir den Zeitgeist. Die Anlage ist effizient, umweltschonend und extrem flexibel. Und durch die tiefen Schallwerte ist auch die Akzeptanz bei Behörden und Nachbarn sehr hoch», sagt Ayude.
Die mobile Heizzentrale bewährt sich auch bei der Trocknung des Unterlagsbodens in Neubauten. «Für diesen Zweck darf man Erdsonden-Wärmepumpen bekanntlich nicht nutzen. Mobile Elektroheizungen können die Aufgabe zwar übernehmen, sind aber ausgesprochene Stromfresser», sagt Aldo Buntschu, Leiter Wärmepumpen bei Elco. Gerade hier könne die mobile Wärmepumpe von Xhavit Elshani ihre Vorteile ausspielen: «Verwende ich eine Elektroheizung mit einer Leistung von 25 Kilowatt, läuft diese jede einzelne Stunde auf Volllast und führt zu einer sehr hohen Stromrechnung. Mit dieser Wärmepumpen-Variante bringe ich bis zu 50 Kilowatt Leistung, also doppelt so viel, komme aber nur auf einen Drittel des Stromverbrauchs.»

Attraktiv für Trocknung
Funktioniert hat dies beispielsweise in Torny-le-Grand, wo zwei Mehrfamilienhäuser mit 11 respektive 15 Wohnungen erbaut wurden. «Wir haben die beiden Wärmepumpen kaskadiert und konnten so via Bodenheizung den Unterlagsboden trocknen. Nach 28 Tagen war dies bereits geschehen, und der Parkettboden konnte verlegt werden», berichtet Elshani. Gemäss seinen Berechnungen bringt die mobile Wärmepumpe im Vergleich zur Elektroheizung sehr attraktive Kostenreduktionen. «Bei einem Mehrfamilienhaus mit acht bis zehn Wohnungen spart man monatlich ungefähr tausend Franken. Die Wärmepumpe lohnt sich also nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus finanzieller Sicht. Für viele Bauherrschaften ist dies ein gutes Argument.»
Neben dem tieferen Strombezug sind auch die Arbeitsbedingungen für den Innenausbau erwähnenswert. «Die Schreiner und die anderen Handwerker, die sich um den Innenausbau kümmern, waren über unsere Lösung sehr erfreut», berichtet Elshani. So sei etwa der Kücheneinbau ohne störenden Luftzug oder tiefe Temperaturen wesentlich angenehmer gewesen. Antonio Ayude weist auf einen weiteren Aspekt hin: «Wenn man bei der Fertigstellung von Wohnbauten eine oder sogar mehrere Wochen gewinnt, ist das nicht zu vernachlässigen. Der Erstbezug ist früher möglich, und damit gibt es auch mehr Mieteinnahmen.»

Leise und flexibel
Für mobile Heizungen gelten keine regulären Lärmschutzvorschriften. Trotzdem können sich Bauherrschaften bei Nachbarn und Gemeinden unbeliebt machen, wenn sie lärmende Wärmeerzeuger aufstellen. Ein Problem, das mit der mobilen Wärmepumpenheizung entfällt: Die Maschine ist im Anhänger quer zur Längsachse montiert. Die Luft wird auf der linken Seite angesaugt und auf der rechten wieder ausgeblasen. Die Luftströmung verläuft somit horizontal ohne Krümmungen. Das minimiert die Geräusche der bereits leisen Maschine weiter. Bei einer nächtlichen Messung auf einer Baustelle registrierte Elshani einen Wert von 48 Dezibel (A) direkt am Lufteintritt bzw. -austritt der Maschine.   
Wie geht es mit der mobilen Heizung weiter? «Wir prüfen derzeit die Umstellung auf Maschinen des Typs Aerotop S. Diese sind modulierbar und erreichen eine Vorlauftemperatur von bis zu 65 Grad Celsius, was sie für Sanierungen noch attraktiver macht», berichtet Aldo Buntschu. Er kann sich vorstellen, zukünftig in jeder Elco-Verkaufsregion eine mobile Zentrale zu platzieren. Denn das Bedürfnis nach unkomplizierter und effizienter Wärme wächst nicht nur im Greyerzerland. Und wenn die Mobilheizung bei tiefem Stromverbrauch eine effiziente Trocknung und einen früheren Bezug der Mietobjekte ermöglicht, ist sie nicht nur energetisch, sondern auch ökonomisch ausgesprochen interessant.  

elco.ch