Beim Event in der Umweltarena standen, neben dem Wissenstransfer, der persönliche Austausch vor Ort im Zentrum. (Bilder: Meier Tobler)

Keynote Speaker Christoph Brand machte sich Gedanken darüber, wie der Schweiz die Energiewende gelingen kann.

Michel Haller vom SPF (rechts im Bild) präsentierte einen Einblick in eine Feldstudie über Legionellen, die an mehreren Wohngebäuden durchgeführt wurde.

Meier Tobler Expo Plus – einfach Haustechnik

2022 wurde die Expo Plus zum zweiten Mal durchgeführt und durch die Ost plus ergänzt. Im Zentrum standen, neben dem Wissenstransfer, der persönliche Austausch vor Ort. Ergänzt wurde das Angebot durch die Fachvorträge, die Roundtable-Gespräche sowie verschiedenste Live-Vorführungen. Umrahmt wurden die Aktivitäten von einem abwechslungsreichen Programm.

Technologiewandel, Digitalisierung, neue Gesetze und gesellschaftlicher Wandel bieten ein unglaubliches und chancenreiches Umfeld. Meier Tobler will mit «Einfach Haustechnik» eine Brücke bauen zwischen Angebotspartnern und den Kunden. Brücken ermöglichen den Menschen seit jeher Verbindungen, die zuvor beschwerlich und mit Umwegen verbunden waren. Brücken bringen Menschen auf einfacheren und verkürzten Wegen zusammen.

Roger Basler, CEO Meier Tobler, zeigte sich am Event in der Umweltarena in Spreitenbach erfreut über das überaus grosse Interesse an der Veranstaltungsreihe. Die Besucher konnten verschiedene Lieferanten des Fachgrosshändlers besuchen, um Neuigkeiten und Aktivitäten kennenzulernen, oder einfach ein direktes Gespräch führen.

Wie die Schweizer Energiewende gelingen kann

Mit diesem spannenden Referat stiess Keynote Speaker Christoph Brand, CEO Axpo, auf ein momentan brennendes Thema, welches die ganze Schweiz beschäftigt.

Axpo hat ihre Position als grösste Schweizer Produzentin von erneuerbaren Energien in den letzten Jahren ausgebaut, weiss Brand. Allerdings vor allem im Ausland, denn mit den herrschenden ökonomischen und regulatorischen Rahmenbedingungen ist ein Grossausbau in der Schweiz nicht möglich. Der Strombedarf wird sich stark erhöhen, wenn der Verkehrs- und der Gebäudesektor ihren CO2-Ausstoss vermindern. Gleichzeitig fällt mittelfristig die Kernkraft, also gut ein Drittel der Stromproduktion, weg. Die zentrale Bedeutung von Strom wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz eindrücklich dokumentiert: Es stuft einen möglichen Strommangel als grösstes Risiko ein.

«Wie also schaffen wir die Energiewende?», stellte Brand in den Raum. Die Lösung liegt im massiven Ausbau von neuen erneuerbaren Energien sowie dem Ausbau und vor allem dem Erhalt der Wasserkraft. Doch die Schweiz kommt kaum voran: Bei heutigem Tempo dauert es gemäss der Elektrizitätskommission 100 Jahre, bis allein die Kernkraft ersetzt ist.

Millionenverluste sind nicht zumutbar

Die notwendigen Anlagen bedingen Investitionen in der Höhe von vielen Milliarden Franken und mit einem Horizont von Jahrzehnten. Diesen Kosten steht eine höchst ungewisse Entwicklung des Strompreises gegenüber. Auf diesen haben Stromproduzenten keinen Einfluss. Er wird in Europa gemacht und ist stark politisch geprägt. Hinzu kommen in der Schweiz lange Bewilligungsverfahren und ein ausgeprägter Widerstand aus Teilen der Bevölkerung gegen neue Anlagen. Kurz, solche Anlagen sind wirtschaftlich hochriskant.

«Fördergeld fliesst nur, wenn der Marktpreis darunterliegt. Das macht das Instrument der gleitenden Marktprämie viel effizienter als etwa Investitionsbeiträge, die in jedem Fall fliessen.»

Kann man von uns Stromproduzenten erwarten, dieses Risiko ohne weiteres zu tragen? Das mag zwar im Monopol mit regulierten Preisen und gesicherten Renditen möglich gewesen sein. Aber Axpo ist schon lange nicht mehr im Monopol. Wir verdienen praktisch jeden Franken im Markt. Unseren Eigentümern - den Kantonen und ihren Bevölkerungen - dürfen wir keine Millionenverluste zumuten. Aber wir können im Ausland in grössere Anlagen mit höherer Stromproduktion, besserer CO2-Bilanz und überhaupt einer Rentabilität investieren.

Viele europäische Staaten haben die Bedürfnisse der Investoren erkannt und ihre Regeln angepasst. Erprobt und weitverbreitet ist die gleitende Marktprämie. Dabei garantiert der Staat dem günstigsten Betreiber während 15 bis 20 Jahren einen Fixpreis pro produzierter Megawattstunde. Fördergeld fliesst nur, wenn der Marktpreis darunterliegt. Das macht dieses Instrument viel effizienter als etwa Investitionsbeiträge, die in jedem Fall fliessen. Auch in der Schweiz muss die Politik ein solches Instrument diskutieren.

Gegensteuer bei der Wasserkraft

Neben dem Zubau von neuen erneuerbaren Energien kommt der Wasserkraft eine zentrale Rolle zu. Gemäss Bundesrat soll sie sogar noch ausgebaut werden. Die Realität ist aber leider eine andere. Die europaweit mit Abstand höchsten Abgaben, ständig verschärfte ökologische Auflagen und höchst ungewisse Zukunftsaussichten führen dazu, dass sich der Bestand abbaut und notwendige Investitionen ausbleiben. Erste Werke, wie etwa das Kraftwerk Öderlin im Aargau, wurden schon geschlossen. Hier muss die Politik dringend Gegensteuer geben, und zwar mit einer Reduktion der Wasserzinsen, vernünftiger Umsetzung von Umweltbestimmungen oder einer Risikogarantie, die marktgerechte Anreize für Investitionen setzt.

BIM in der Praxis

Stefan Wüst, Planungsbüro Müller Wüst AG, Aarau, referierte über eine praxisgerechte Umsetzung der Digitalisierung im der Gebäudetechnik. Sie ermöglicht eine Produktivitätssteigerung im Zusammenspiel zwischen Planern, Lieferanten und Installateuren. Building Information Modeling (BIM) ist der ganzheitliche Prozess zum Erstellen und Verwalten von Informationen für ein Bauobjekt. BIM integriert strukturierte, multidisziplinäre Daten, um eine digitale Darstellung eines Objekts über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu erstellen – von der Planung über den Entwurf bis hin zum Bau und Betrieb. Vorteile des Verfahrens sind eine verbesserte Qualität der Daten, da sie alle Beteiligten auf eine gemeinsame Datenbasis zurückgehen und ständig synchronisiert werden können. Durch den verbesserten Datenabgleich soll der Planungsprozess bezüglich Kosten, Termine und Qualität gesteigert werden.

Die Planung erfolgt in den verschiedenen Technologien, durch den jeweiligen Planer und in der eigenen Software. Jeder hat seine spezifischen Einstellungen und Standards. Damit die Modelle koordiniert werden können, müssen sie in ein einheitliches Format reduziert werden, um dann in separaten Tools wieder zusammengeführt werden zu können. Der Einsatz von BIM ermöglicht eine bessere Planung und Koordination in der Praxis.

Gross-Wärmepumpen – Ideal für Sanierungen

Mit einem umfangreichen Programm kann Meier Tobler praktisch sämtliche Ansprüche des Wärmepumpen-Markts erfüllen, ist Maciej Moska, Teamleiter Verkauf Klimasysteme, überzeugt. Faktoren wie Rohstoffknappheit, lange Lieferfristen und Teuerung erschweren die Aufgaben zurzeit, aber es betrifft alle Beteiligten und Bereiche.

Die Wärmepumpen-Verkäufe in der Schweiz entwickeln sich seit Jahren hervorragend, vor allem in den Leistungsbereichen von 5 bis 20 kW. Im Leistungsbereich ab 50 kW liegt noch viel Wachstumspotential. Die Technik und das Wissen für die Umsetzung in der Praxis sind vorhanden. Selbstverständlich ist es gut möglich, in älteren Gebäuden eine Wärmepumpe einzusetzen. Sanierungen stellen häufig höhere Anforderungen an die Planung, aber es gibt für die meisten Objekte eine, häufig mehrere Optionen, Wärmepumpen energetisch sinnvoll und finanziell als auch ökologisch vorteilhaft einzusetzen.

Neben Energie aus Erdreich und Gewässer, kann auch die Energie aus Gebäuden genutzt werden. Meier Tobler bietet beispielsweise eine Abluft-Luft-Wasser-Wärmepumpe für Luftmengen von 1000 bis 4600 m3/h. Auch für die Nutzung von Prozess-Energie können Lösungen angeboten werden. Luft/Wasser-Wärmepumpen für hohe Vorlauftemperaturen bis 90 °C, mit dem Kältemittel CO2 können ebenfalls über Meier Tobler bezogen werden.

Beim führenden Haustechnik Unternehmen erhält der Fachpartner nicht nur alle benötigten Komponenten, sondern auch hervorragende Planung und Beratung, auch bei komplexen Projekten. Die Liste der Referenzobjekte spricht für sich.

Trinkwarmwasser in Gebäuden

Dr. Michel Haller, Forschungsleiter am SPF Institut für Solartechnik der OST, präsentierte einen Einblick in eine Feldstudie zu Legionellen, die an 110 Wohngebäuden durchgeführt wurde. Legionellen sind Keime, welche die unter Umständen tödlich endende Legionärskrankheit hervorrufen können. In entwickelten Ländern derjenige Krankheitserreger der die meisten der durch Trinkwasser übertragenen Infektionen verursacht. Die Infektion geschieht über die Lunge (Tröpfchen/Aerosol). So weit bekannt, ist das Trinken von mit Legionellen verunreinigtem Wasser nicht schädlich. Legionellen können sich bei Temperaturen oberhalb von 45-50 °C nicht vermehren. Die Anzahl registrierter Legionellosen-Fälle in der Schweiz beläuft sich auf ca. 400 pro Jahr.

Quellen für Legionellen-Emissionen und Expositionen sind Nass-Rückkühler, zu kaltes Warmwasser oder zu warmes Kaltwasser. Hinzu kommen weitere Einrichtungen, welche warmes Wasser versprühen wie Druckreiniger, Kläranlagen und Autowaschanlagen.

Die von Michel Haller präsentierte Studie brachte folgende mögliche Fehler zu Tage:

  • Einstellung KW-Beimischung zu tief
  • Bypass Speicher «vergessen»
  • Rücklauf in Speicher «vergessen»
  • Rückflussverhinderung «vergessen»
  • deutlich häufiger Legionellen bei Kombination Zirkulation mit zentralem Verbrühungsschutz (KW-Beimischung).

Risikofaktoren für Legionellen:

  • ungenügende Temperatur im Bereitschaftsvolumen von Speicher oder der Einstellung  des zentralen Verbrühungsschutzes (T< 50 °C)
  • Fehler bei warm gehaltenen Verteilleitungen, insbesondere wenn diese eine ungenügende Temperatur (< 50 °C) aufweisen
  • fehlerhafte Kombination der WW-Zirkulation mit Kaltwasser-Beimischung (Verbrühungsschutz)
  • Zapfstellen, die nie ≥ 50 °C gespült werden (Thermomischer, Nutzerverhalten)
  • zu kleine Wärmespeicher oder Bereitschaftsvolumen - lauwarmes Wasser aus Speicherboden gelangt ohne weitere Erwärmung (thermische Desinfektion) in die Verteilung.

«Merken Sie sich 50 °C», lautet die Empfehlung von Haller. Mindesttemperatur am Hahn (SVGW + SIA) und im System eher höher und auf keinen Fall tiefer. Das sind bereits 80% der Miete.

Perfekte Stimmung am Abendprogramm

Durch das Abendprogramm führte die in der Gebäudetechnik bestens bekannte und beliebte Christa Rigozzi. Die Abendveranstaltung bot bei bester Stimmung kulinarische und unterhaltsame Highlights. Man spürte förmlich die Freude der Gäste, dass (endlich) wieder reale Veranstaltungen stattfinden können. Das Wiedersehen mit Freunden und Kollegen der Branche tat sehr gut!