Wärmetechnik

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Wärmeverbund Herrliberg

In Herrliberg ist eine einzigartige Fernwärmeversorgung entstanden: Auf Basis zweier Netze werden Gemeinde- und private Liegenschaften mit umweltfreundlicher Wärme und Kälte versorgt. Die Nutzung von Abwärme und dadurch entstehender Synergien bringt eine Steigerung der Effizienz um mehr als 20%.

Gemeinde Herrliberg: Einzigartiges Fernwärmekonzept
Seit Ende 2019 werden die Liegenschaften vom Wärmeverbund Herrliberg mit Fernwärme und Kälte versorgt. ewz hat in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Herrliberg die Planung, Finanzierung und Realisierung des Wärmeverbunds übernommen und ist auch für dessen Betrieb über mehrere Jahrzehnte verantwortlich.

Einzigartiges Konzept mit zwei Wärmenetzen
«Das Konzept, zwei Netze zu realisieren – eines für Hochtemperatur und eines für Niedertemperatur – war bereits Teil des Projektes, als wir von ewz ins Spiel kamen», erzählt David Füllemann, Projektleiter bei ewz. Ausgehend von dieser Vorgabe hat ewz den Wärmeverbund weiterentwickelt.

Herzstück des Niedertemperaturnetzes ist die Anergiezentrale bei der Schulanlage Rebacker. Als Energiequelle für die «kalte Fernwärme» mit Temperaturen zwischen 6 °C und 25 °C dient Erdwärme. Diese über 45 Erdwärmesonden in einer Tiefe von 300 Metern erschlossen. Wärmepumpen in den angeschlossenen Liegenschaften heben die dem Erdreich entzogene Wärme auf das für Raumheizung und Warmwasser erforderliche Temperaturniveau an. Die am Niedertemperaturnetz angeschlossenen Liegenschaften der Gemeinde werden im Sommer über die Erdsonden auch gekühlt.

Abgaswärme im Anergienetz nutzen
Die Wärmeproduktion für das Hochtemperaturnetz mit Temperaturen bis maximal 85° Celsius erfolgt mit einer Holzschnitzelheizung. Die Hackschnitzel stammen vom nahen Pfannenstiel, was den Vorteil sehr kurzer Transportwege mit sich bringt. Um Spitzenlasten im Winter abzudecken oder zur Notversorgung bei einem Ausfall der Holzheizung steht zudem eine Gasheizung bereit.

Das Innovative dieser Anlage liegt aber nicht in der Wärmeerzeugung selber, sondern in der Art der Abwärmenutzung. Über eine Abgaskondensationsanlage wird den Abgasen der Holzfeuerung Wärme entzogen. Der Wärmeertrag der Schnitzelheizung lässt sich so laut Füllemann um 25 % steigern.

Wertvolle Synergien
Das Zusammenwirken von Hoch- und Niedertemperaturnetz ermöglicht wertvolle Synergien. So kann über 800 MWh Wärme pro Jahr über die Abgaskondensation zurückgewonnen werden. Dies endspricht dem Jahresenergiebedarf von etwa 100 Wohnungen.

Für Füllemann ist die realisierte Fernwärmelösung durchaus Vorbild für andere Wärmeverbünde. «Die Kombination von Heizen und Kühlen über zwei Netze und die Nutzung sämtlicher möglicher Synergien hat zu einer äusserst effizienten Lösung geführt. » Rund 1000 Tonnen CO2 können im Endausbau jährlich eingespart werden.

Mehr erfahren: ewz.ch/herrliberg